Lithium-Mine Jadar: Baubeginn Sommer 2026, Förderung 2028
25.06.2026 - 20:46:05 | boerse-global.de
Ziel ist es, die nationale Energiewirtschaft stärker auf den europäischen Markt auszurichten.
Im Zentrum der Reform stehen beschleunigte Genehmigungsverfahren und eine verbesserte Netzdisziplin. Spekulative Projektentwicklungen sollen so eingedämmt werden. Gleichzeitig will Serbien die Bankfähigkeit von Energieprojekten erhöhen.
Herkunftsnachweise für Gas und Wasserstoff
Die geplanten Änderungen sehen eine räumlich-energetische Kartierung vor. Zudem werden beschleunigte Zonen für erneuerbare Energien ausgewiesen. Ein Kernstück: Herkunftsnachweise gibt es künftig nicht nur für Strom, sondern auch für Gas, Wasserstoff sowie Wärme und Kälte.
Damit reagiert Serbien auf den steigenden Bedarf an transparenten Emissionsdaten. Für den Export in die Europäische Union werden diese zunehmend wichtiger.
Parallel dazu stärkt die Reform die Rechte von Prosumern. Auch die Integration von Speichersystemen und die Sektorkopplung bei Wärme und Kälte sollen verbessert werden. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Netzkompatibilität neuer Anlagen sicherzustellen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) forderte in einer aktuellen Prüfung eine regelmäßige Indexierung der Stromtarife für Haushalte an die Inflation. Eine entsprechende Anpassung wird für Ende des Jahres erwartet. Die aktuellen Durchschnittspreise decken die jährlichen Erzeugungskosten noch nicht.
Softwarelösung für den CO2-Grenzausgleich
Ab 2026 werden Emissionen im Rahmen des EU-Grenzausgleichssystems (CBAM) mit Kosten belegt. Für serbische Exporteure in den EU-Binnenmarkt bedeutet das eine neue Dokumentationspflicht für produktbezogene CO2-Fußabdrücke.
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Milliarden-Investitionen in Solar und Gas
Um die Dekarbonisierung voranzutreiben, wurden umfangreiche Investitionen initiiert. Ein südkoreanischer Finanzdienstleister unterstützt ein Photovoltaik-Großprojekt mit rund 900 Millionen Euro. Die Anlage soll eine Kapazität von einem Gigawatt erreichen und Batteriespeicher umfassen.
Der Baubeginn für die Anlagen an sechs verschiedenen Standorten ist noch für dieses Jahr geplant.
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Parallel dazu treibt Serbien in Kooperation mit dem aserbaidschanischen Unternehmen SOCAR den Bau eines Gaskraftwerks in Niš voran. Die Fertigstellung ist bis Ende des Jahrzehnts vorgesehen. Ein entsprechendes Aktionärsabkommen soll in den kommenden Wochen unterzeichnet werden.
Lithium-Mine im Jadar-Tal konkretisiert sich
Auch bei den kritischen Rohstoffen werden die Zeitpläne konkreter. Der Bau einer Lithium-Mine im Jadar-Tal soll im Sommer 2026 beginnen. Die kommerzielle Förderung wird für den Zeitraum 2028 bis 2029 angestrebt.
Das Projekt gilt als strategisch bedeutsam für die europäische Batterie- und Automobilindustrie. Die deutsche Regierung hat finanzielle Mittel zur Beschleunigung der Genehmigungsverfahren bereitgestellt.
Preisspitzen am europäischen Strommarkt
Während Serbien seine gesetzlichen Rahmenbedingungen anpasst, kämpft die europäische Industrie mit schwankenden Energiepreisen. In Phasen geringer Windstromerzeugung bei gleichzeitig hoher Kühlungsnachfrage im Sommer kam es am Day-Ahead-Markt zu Preisspitzen von über 600 Euro pro Megawattstunde.
Experten raten Unternehmen daher zur Kombination von Spot- und Terminmarktgeschäften. Auch der Einsatz thermischer und batterieelektrischer Speicher wird empfohlen, um Lasten in günstigere Erzeugungszeiträume zu verschieben.
