Lohnsteigerung 5,1%: 39% der Vollzeitbeschäftigten droht Altersarmut
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das monatliche Medianentgelt sozialversicherungspflichtiger Vollzeitkräfte kletterte 2025 um 5,1 Prozent auf 4.217 Euro. Das zeigt die aktuelle Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Da die Inflation mit 2,2 Prozent deutlich niedriger ausfiel, bleibt den Beschäftigten unterm Strich mehr Geld in der Tasche.
Bildung macht den größten Unterschied
Wer keinen Berufsabschluss hat, verdient im Median 3.133 Euro. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung sind es 4.069 Euro. Akademiker liegen mit 6.146 Euro deutlich vorn. Auch die Berufserfahrung zahlt sich aus: Unter 25-Jährige kommen auf 3.202 Euro, die 25- bis 54-Jährigen auf 4.286 Euro. Ab 55 Jahren sind es 4.362 Euro.
Hamburg vorne, Mecklenburg-Vorpommern hinten
Die regionalen Unterschiede bleiben groß. Spitzenreiter ist Hamburg mit 4.768 Euro. Schlusslicht bleibt Mecklenburg-Vorpommern mit 3.497 Euro. Immerhin: Der Gender-Pay-Gap schrumpft. Frauen verdienten 2025 im Schnitt 309 Euro weniger als Männer – 37 Euro weniger als im Vorjahr.
Im EU-Vergleich steht Deutschland gut da. Der Bruttojahresverdienst für Vollzeitkräfte liegt bei 54.066 Euro. Der EU-Schnitt beträgt 39.800 Euro.
Altersarmut droht – vor allem im Osten
Trotz der Lohnsteigerungen schlägt Linken-Politiker Dietmar Bartsch Alarm. Laut Daten des Bundessozialministeriums braucht ein Beschäftigter 3.771 Euro brutto im Monat, um nach 45 Beitragsjahren eine Rente über der Armutsgrenze von 1.446 Euro zu erhalten.
Das Problem: Rund 39 Prozent aller Vollzeitkräfte verdienen weniger als diese Schwelle. Besonders dramatisch ist die Lage in Ostdeutschland: Hier liegen 54 Prozent unter der Marke von 3.700 Euro. In Sachsen-Anhalt sind es sogar 60 Prozent – rund 304.000 Menschen droht Altersarmut.
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Mieten explodieren – Löhne hinken hinterher
Während die Löhne um 5,1 Prozent stiegen, schnellen die Mieten in den Großstädten davon. In Hamburg legten sie um 20,2 Prozent zu. München bleibt mit 21,44 Euro pro Quadratmeter die teuerste Stadt. Die Reallohngewinne schmelzen damit vielerorts dahin – ein Teufelskreis für Mieter in den Metropolen.
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