Lükex, Organisationen

Lükex 26: 180 Organisationen proben ab 4. November den Krisenfall

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei der dreitägigen Lükex 26 trainieren 180 Organisationen den Umgang mit extremer Hitze und Dürre.
Eine weitläufige, ausgetrocknete Agrarlandschaft mit rissigem Boden und verdorrter Vegetation unter einem sommerlichen Hitzeschleier. Illustration mit AI erstellt.

Am 4. November 2026 beginnt unter der Leitung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die zehnte Länderübergreifende Krisenmanagementübung Lükex 26. Drei Tage lang proben Behörden des Bundes und aus zehn Bundesländern gemeinsam mit Hilfsorganisationen sowie Betreibern kritischer Infrastrukturen das strukturierte Vorgehen in Ausnahmesituationen. Mit insgesamt 180 beteiligten Organisationen handelt es sich um die bisher größte nationale Übung im Rahmen dieser Reihe.

Simulation extremer Wetterlagen und historischer Rückblick

Die Übung findet als Stabsübung am Tisch und an Computern statt. Dem diesjährigen Szenario liegt eine langanhaltende Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 45 Grad zugrunde, die auf fünf aufeinanderfolgende Dürrejahre in Deutschland folgt. BBK-Präsidentin Grit Tüngler betonte im Vorfeld der Übung, dass ein gemeinsames Training die Voraussetzung dafür schaffe, im konkreten Ernstfall schneller handeln zu können.

Das Übungsformat blickt auf eine mehr als zwanzigjährige Geschichte zurück. Die erste Lükex wurde Anfang Dezember 2004 durchgeführt und widmete sich den Folgen eines großflächigen Stromausfalls. Bereits im Jahr 2002 war in Ahrweiler eine Vorstufe abgehalten worden, bei der der Absturz einer Boeing 747 auf das Werksgelände der BASF simuliert wurde.

In den Folgejahren bildeten unter anderem Terrorbedrohungen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, eine Influenza-Pandemie im Jahr 2007 sowie Sturmfluten an der Nordseeküste und Cyberangriffe die Übungsschwerpunkte. Bei der vor drei Jahren abgehaltenen Vorgängerübung waren insgesamt 2500 Personen im Einsatz.

Ergänzende Notfalltrainings auf kommunaler und regionaler Ebene

Parallel zu strategischen Bundesübungen überprüfen auch kommunale Stellen und Einsatzdienste regelmäßig ihre Einsatzbereitschaft bei Infrastrukturausfällen und technischen Notlagen.

In Bad Kissingen probte die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Feuerwehr die Bewältigung eines großflächigen Stromausfalls. Dabei wurde ein provisorisches Rathaus im Stadtsaal eingerichtet, während die städtischen Feuerwachen über stationäre Notstromaggregate versorgt wurden und als Anlaufstellen für die Bevölkerung dienten. Zur weiteren Vorbereitung der Bürger soll dort am 19. Dezember ein Informationsflyer an alle Haushalte verteilt werden.

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In der oberösterreichischen Gemeinde Raab wurde ein Blackout-Szenario geprobt, bei dem von einem bereits 24 Stunden andauernden Stromausfall ausgegangen wurde.

Nach Beginn der Stabsarbeit um 8 Uhr folgten ab 8.45 Uhr koordinierte Einsätze, darunter die Befreiung einer im Aufzug eingeschlossenen Person, das Auslösen von Brandmeldeanlagen, das Freiräumen blockierter Straßen sowie der Weiterbetrieb von Abwasserpumpwerken. Zudem wurde die Notstromversorgung für eine Tankstelle sowie für eine Mittel- und Volksschule mit rund 30 anwesenden Personen geübt.

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Weitere Übungselemente umfassten Versammlungen vor dem Gemeindeamt, Konflikte an den Zapfsäulen und die Bergung einer leblosen Person mit Kohlenmonoxidvergiftung aus einer Garage, bevor die reguläre Versorgung um 11.15 Uhr wieder anlief. Als wesentliche Erkenntnis wurde festgehalten, dass unterschiedliche Steckerformen und -größen die schnelle Einspeisung von Notstrom technisch erschweren.

Ebenfalls im regionalen Bereich fand am 2. November 2026 bei Furth eine Großübung von Feuerwehr, Bayerischem Rotem Kreuz und Bergwacht statt. Dutzende Rettungskräfte trainierten dabei am Abend die Bergung eines unter Bahnschwellen eingeklemmten Arbeiters sowie die notfallmedizinische Versorgung mehrerer verletzter Personen an einer Gleisbaumaschine.

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