Lufthansa, Kerosinkosten

Lufthansa steigert Gewinn trotz 600 Millionen mehr Kerosinkosten

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 07:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Trotz eines deutlichen Anstiegs der Treibstoffausgaben hat der Lufthansa-Konzern im dritten Quartal mehr verdient. Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Carsten Spohr allerdings mit einer Kerosinrechnung von 9,3 Milliarden Euro.

Lufthansa erhöht Treibstoffprognose

  • Der Konzern erzielte im dritten Quartal knapp 1,3 Milliarden Euro Gewinn.
  • Das bereinigte operative Ergebnis stieg um sechs Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro.
  • Die Treibstoffrechnung soll im Gesamtjahr 9,3 Milliarden Euro erreichen.
Für das laufende Jahr erwartet Vorstandschef Carsten Spohr jedoch deutlich höhere Ausgaben für Kerosin. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa

Lufthansa steigert Gewinn trotz höherer Kerosinkosten

Die Lufthansa hat im dritten Quartal trotz stark gestiegener Kerosinpreise ihren Gewinn deutlich gesteigert. Unter dem Strich verdiente der Luftverkehrskonzern knapp 1,3 Milliarden Euro und damit 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Teurere Tickets stützen Ergebnis

Die Ausgaben für Treibstoff erhöhten sich im Quartal um mehr als eine halbe Milliarde Euro. Lufthansa konnte die Belastung durch höhere Ticketpreise sowie gute Geschäfte in der Wartung und im Frachtbereich ausgleichen.

Auch Sondereffekte trugen zum Ergebnis bei. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis stieg um sechs Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.

Jahresprognose für Kerosin steigt

Für das laufende Jahr erwartet Vorstandschef Carsten Spohr eine deutlich höhere Treibstoffrechnung. Sie dürfte auf 9,3 Milliarden Euro steigen und damit 600 Millionen Euro über der noch im Sommer genannten Prognose liegen.

Die Entwicklung zeigt, wie stark das Ergebnis von der Kombination aus Ticketpreisen und den Geschäftsfeldern Wartung und Fracht abhängt. Zugleich bleibt der höhere Kerosinaufwand ein zentraler Kostenfaktor für den weiteren Jahresverlauf.

Die Lufthansa profitiert im Sommerquartal von mehreren Einnahmequellen, die den Kostenschub beim Treibstoff abfedern. Neben höheren Ticketpreisen tragen insbesondere die Wartung von Flugzeugen und das Frachtgeschäft zur Ergebnisentwicklung bei.

Der Blick auf die Kerosinrechnung zeigt zugleich den strukturellen Druck für die Luftfahrt. Für das Gesamtjahr erwartet Lufthansa Ausgaben von 9,3 Milliarden Euro. Damit steigt die Belastung gegenüber der im Sommer genannten Prognose um 600 Millionen Euro.

Ticketpreise und nachhaltiger Treibstoff

Höhere Ticketpreise können steigende Betriebskosten kurzfristig ausgleichen, erhöhen aber den Druck auf die Nachfrage. Zusätzlich verändert der politisch vorgegebene Umstieg auf nachhaltige Flugkraftstoffe die Kostenstruktur der Branche. Die EU verlangt schrittweise steigende Beimischungsquoten für nachhaltiges Kerosin; die Herstellung ist derzeit deutlich teurer und die verfügbaren Mengen sind begrenzt.

Für Passagiere bedeutet die Entwicklung, dass Flugpreise stärker von Energie-, Umwelt- und Kapazitätskosten beeinflusst werden können. Lufthansa muss zugleich ihre profitableren Geschäftsfelder ausbauen und die Auslastung im Passagierverkehr sichern. Der Quartalsgewinn zeigt, dass dies im Berichtszeitraum trotz des Treibstoffanstiegs gelungen ist; die höhere Jahresprognose für Kerosin bleibt jedoch ein Belastungsfaktor.

Ausblick auf die Kostenentwicklung

Für die weitere Entwicklung sind neben dem Ölpreis auch die Verfügbarkeit nachhaltiger Kraftstoffe und die Nachfrage nach Flugreisen entscheidend. Steigende Ausgaben lassen sich über Ticketpreise, Effizienzmaßnahmen und zusätzliche Erlöse aus Wartung und Fracht auffangen, wirken aber jeweils unterschiedlich auf Kunden und Konzernbereiche.

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