Lufthansa, Flughafen Frankfurt

Lufthansa tankt fĂŒr Frankfurt bis zu acht Tonnen zusĂ€tzlich

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 15:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Airline verlagert einen Teil der Betankung auf andere FlughĂ€fen, um die VorrĂ€te am Rhein-Main-Drehkreuz zu schonen. FĂŒr Reisende lĂ€uft der Flugbetrieb zunĂ€chst ohne EinschrĂ€nkungen weiter.

Frankfurts Kerosinwege und Lufthansa-Maßnahmen

  • Fraport versichert, dass die BetriebsfĂ€higkeit des Frankfurter Flughafens trotz der Pipeline-Wartung nicht beeintrĂ€chtigt ist.
  • Das gemeinsame Tanklager der Kerosin-Lieferanten fasst 186 Millionen Liter und reicht laut Fraport ungefĂ€hr zehn Tage.
  • Bei einem verantworteten Flugausfall können Passagiere nach EU-Regeln 250 bis 600 Euro EntschĂ€digung erhalten.
  • Lufthansa schont die Kerosin-Lager in Frankfurt. - Bild: Ardavan Safari/dpa
  • Über das Tanklager am Main in Kelsterbach kommt sonst mehr Kerosin zum Flughafen. - Bild: Thomas Frey/dpa
  • Die FlĂŒge am Frankfurter Flughafen laufen planmĂ€ĂŸig. - Bild: Thomas Frey/dpa
Lufthansa schont die Kerosin-Lager in Frankfurt.  - Bild: Ardavan Safari/dpa Über das Tanklager am Main in Kelsterbach kommt sonst mehr Kerosin zum Flughafen.   - Bild: Thomas Frey/dpa Die FlĂŒge am Frankfurter Flughafen laufen planmĂ€ĂŸig.  - Bild: Thomas Frey/dpa

Lufthansa entlastet KerosinvorrÀte in Frankfurt

Wegen eines möglichen Kerosin-Mangels am Frankfurter Flughafen weist die Lufthansa Piloten an, bei FlĂŒgen zum Drehkreuz zusĂ€tzlichen Treibstoff an Bord zu nehmen. Damit sollen die VorrĂ€te in Frankfurt geschont werden, obwohl der Flughafenbetreiber Fraport die Versorgung als gesichert bezeichnet.

Pipeline und Niedrigwasser belasten Versorgung

Eine wichtige Pipeline wird gewartet, zugleich erschweren niedrige WasserstĂ€nde auf Rhein und Main die Anlieferung per Tankschiff. Fraport nennt aus SicherheitsgrĂŒnden keine Details zur Wartung, versichert aber, dass die BetriebsfĂ€higkeit des Flughafens nicht beeintrĂ€chtigt sei.

Der Frankfurter Flughafen ist ĂŒber zwei Pipelines mit den SeehĂ€fen an der Nordsee verbunden. Ein weiterer Versorgungsweg fĂŒhrt ĂŒber die Wasserstraßen zum Tanklager der Kerosin-Lieferanten, das 186 Millionen Liter fasst und laut Fraport ungefĂ€hr zehn Tage reicht.

Bis zu acht Tonnen zusÀtzlicher Treibstoff

Die Lufthansa bezeichnet ihre Maßnahme als reine Vorsichtsmaßnahme und erwartet, sie in absehbarer Zeit wieder einstellen zu können. In Flugzeugen der A320-Familie sollen demnach bis zu acht Tonnen zusĂ€tzlicher Treibstoff mitgefĂŒhrt werden.

Das höhere Gewicht steigert Verbrauch und Umweltbelastung und kann den Verschleiß von Bauteilen erhöhen. Die Airline muss deshalb abwĂ€gen, wie viel Zusatztreibstoff sie mitnimmt, ohne Passagiere oder Fracht ausladen zu mĂŒssen.

FlĂŒge laufen planmĂ€ĂŸig

Lufthansa und Condor fliegen nach eigenen Angaben planmĂ€ĂŸig. Sollte ein Flug wegen Kerosin-Mangels kurzfristig ausfallen und die Airline dafĂŒr verantwortlich sein, haben Reisende nach EU-Regeln Anspruch auf Ersatzbeförderung und unter UmstĂ€nden auf 250 bis 600 Euro EntschĂ€digung.

Die Lage am Frankfurter Flughafen zeigt, wie stark die Kerosinversorgung von mehreren Transportwegen abhĂ€ngt. Neben den beiden Pipelines spielen Rhein und Main eine wichtige Rolle, weil Tankschiffe das Tanklager in FlughafennĂ€he beliefern. Niedrige WasserstĂ€nde begrenzen dabei die Ladung der Schiffe und erhöhen den Druck auf die ĂŒbrigen Lieferwege.

Die vorsorgliche Maßnahme der Lufthansa verschiebt einen Teil der Versorgung an die AbflughĂ€fen. Das sogenannte Tankering kann den Betrieb stabilisieren, verursacht aber zusĂ€tzlichen Treibstoffverbrauch, höheres Flugzeuggewicht und damit mehr Kosten sowie höhere Emissionen. Die Grenze liegt dort, wo die zusĂ€tzliche Menge die Mitnahme von Passagieren oder Fracht beeintrĂ€chtigen wĂŒrde.

Versorgung bleibt entscheidend

FĂŒr Reisende Ă€ndert sich nach der dpa-Meldung zunĂ€chst nichts: Lufthansa und Condor fliegen planmĂ€ĂŸig, und Fraport sieht die BetriebsfĂ€higkeit des Flughafens nicht beeintrĂ€chtigt. Relevant wird die Entwicklung vor allem dann, wenn Pipeline-Wartung und Niedrigwasser lĂ€nger zusammenwirken. Dann könnten Airlines ihre Tankstrategien anpassen mĂŒssen; fĂŒr Passagiere wĂ€ren bei verantworteten AusfĂ€llen Ersatzbeförderung und EntschĂ€digungen zwischen 250 und 600 Euro möglich.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Lufthansa reagiert: Am Drehkreuz Frankfurt ist das Kerosin knapp“ (15.10.2026)

Der Bericht bestÀtige die vorsorgliche Betankung an ausgewÀhlten AbflughÀfen und stelle heraus, dass zunÀchst keine Flugstreichungen geplant seien. Anders als die dpa-Meldung betone er die reduzierte Pipeline-KapazitÀt sowie die laufende Wartung; Fraport erwarte dadurch jedoch keinen Betriebsengpass.

Frankfurter Rundschau: „Kerosinmangel am Flughafen Frankfurt: Lufthansa macht Ansage an Piloten“ (14.10.2026)

Der Artikel stelle das Tankering und die Obergrenze von acht Tonnen fĂŒr Flugzeuge der A320-Familie in den Mittelpunkt. ZusĂ€tzlich verweise er auf die SpeicherkapazitĂ€t von 186 Millionen Litern und eine mögliche Pufferung fĂŒr bis zu 14 Flugtage, wĂ€hrend die genaue Dauer der Maßnahmen offenbleibe.

Beide Berichte bestĂ€tigen die vorsorgliche Reaktion der Lufthansa und den planmĂ€ĂŸigen Flugbetrieb. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung von Pipeline-KapazitĂ€t, Niedrigwasser und vorhandenen Speichern.

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