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Coface Barometer: Was bringt das Wirtschaftsjahr 2025? / UK und Luxemburg mit verbessertem LĂ€nderrisiko

19.02.2025 - 10:25:00

Mainz - Die wirtschaftliche Kluft zwischen den USA und Europa dĂŒrfte sich im Jahr 2025 vertiefen. WĂ€hrend die Vereinigten Staaten weiterhin ein robustes Wachstum aufweisen dĂŒrften, sind die Aussichten fĂŒr Europa eingetrĂŒbt. Das stĂ€rkere US-Wachstum bedroht ĂŒber die damit verbundene Dollar-Aufwertung viele SchwellenlĂ€nder, die mit KapitalabflĂŒssen zu kĂ€mpfen haben. Zudem dĂŒrfte die Zollpolitik der USA neben Europa auch SchwellenlĂ€nder in den Fokus nehmen. Vor diesem Hintergrund rechnet der Kreditversicherer Coface fĂŒr 2025 mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent. DarĂŒber hinaus hat Coface seine RisikoeinschĂ€tzung fĂŒr 7 LĂ€nder angepasst: Einem verbesserten LĂ€nderrisiko fĂŒr das Vereinigte Königreich, Luxemburg, den Oman und Guyana stehen die Abwertungen von Bangladesch, Botswana und den Malediven gegenĂŒber.

Mit Blick auf das Jahr 2025 wird in den USA ein solides Wachstum erwartet, gestĂŒtzt durch die WiderstandsfĂ€higkeit des privaten Konsums. Dieser wird durch einen robusten Arbeitsmarkt sowie Vermögenseffekte infolge steigender Immobilien- und Aktienkurse begĂŒnstigt. Zudem dĂŒrften die von PrĂ€sident Donald Trump versprochenen Deregulierungen und Steuersenkungen die Unternehmensinvestitionen ankurbeln. In Europa hingegen dĂŒrfte das Wachstum begrenzt bleiben und durch Herausforderungen in der Industrie und im Baugewerbe belastet werden. Trotz einer recht stabilen Inflation dĂŒrfte der private Konsum weiterhin durch ein mangelndes Konsumentenvertrauen gedĂ€mpft werden - vor allem aufgrund politischer Unsicherheiten in mehreren LĂ€ndern. "Neben Frankreich und ganz besonders Deutschland rechnen wir auch in Italien mit einem schwachen Wirtschaftswachstum. Spanien wird die Dynamik aus dem letzten Jahr wohl nicht halten können, aber weiterhin mit robusten Wachstumsraten glĂ€nzen", sagt Coface-Volkswirtin Christiane von Berg.

Trumps Wahl mischt Karten fĂŒr SchwellenlĂ€nder neu

Die Wahl Donald Trumps hat die AnfĂ€lligkeit der fragilsten Volkswirtschaften fĂŒr VerĂ€nderungen auf den FinanzmĂ€rkten deutlich hervorgehoben. Viele SchwellenlĂ€nder stehen vor einer besonders herausfordernden Situation, denn eine rasche Aufwertung des US-Dollars - aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Aussichten durch Trumps Steuerpolitik - geht mit massiven KapitalabflĂŒssen in SchwellenlĂ€ndern einher. "Diese LĂ€nder mĂŒssen jetzt höhere ZinssĂ€tze zahlen, um das Kapital im Land zu halten. Wenn man zudem in US-Dollar verschuldet ist, kommen durch die heimische WĂ€hrungsabwertung Extrakosten hinzu", sagt Christiane von Berg. "Ein Beispiel fĂŒr solche Turbulenzen ist der starke Wertverlust des brasilianischen Real Ende 2024. Zwischen Ende November und dem 25. Dezember verlor die WĂ€hrung 10 Prozent an Wert, obwohl die brasilianische Zentralbank ihre Leitzinsen anhob und damit eigentlich der Real unter Aufwertungsdruck stand. Das zeigt, wie stark externe und fiskalische Ungleichgewichte ein Land verwundbar machen können." Auch China bleibt nicht verschont. Ohne umfangreiche neue Konjunkturmaßnahmen dĂŒrfte das Jahreswachstum nach den offiziell gemeldeten 5 Prozent im Vorjahr deutlich nachlassen - laut Coface-Prognose auf 4,3 Prozent in diesem Jahr. US-Zölle stellen weiterhin das grĂ¶ĂŸte Risiko fĂŒr das Land dar.

LĂ€nderrisiken: UK und Luxemburg rauf ...

Die Coface-Analysten haben die RisikoeinschĂ€tzung fĂŒr insgesamt 7 LĂ€nder angepasst. Das LĂ€nderrisiko beschreibt das allgemeine Umfeld eines Landes, um lokale Kreditrisiken zu bewerten und einordnen zu können. Das Vereinigte Königreich wurde von A4 auf A3 hochgestuft und liegt damit gleichauf mit Deutschland. "Im Gegensatz zu Deutschland wirken sich in UK die höheren Löhne und langsam sinkenden Zinsen positiv auf das Konsum- und Investitionsverhalten der britischen Konsumenten und Unternehmen aus. Auch die Anzahl der monatlichen Unternehmensinsolvenzen geht langsam wieder zurĂŒck", erklĂ€rt Christiane von Berg. Mit der Top-Bewertung A1 wurde Luxemburg versehen: Die Wirtschaft des Kleinstaats baut hauptsĂ€chlich auf der Entwicklung der heimischen Banken auf, und nach den rapiden Zinsanstiegen sowie den daraus resultierenden Verwerfungen hat sich die Situation der Banken in Europa wieder normalisiert. Den Sprung von C auf B schafften der Oman und Guyana. Im Falle des Oman haben ein stĂ€rkeres Wirtschaftswachstum sowie eine Stabilisierung der öffentlichen Finanzen und eine Reduzierung der Auslandsverschuldung zu einer verbesserten LĂ€nderrisiko-EinschĂ€tzung gefĂŒhrt. Guyana erfĂ€hrt aktuell einen Öl-Boom, der zu teils hohen zweistelligen BIP-Wachstumsraten fĂŒhrt.

... Botswana, Bangladesch und Malediven runter

Herabgestuft wurden Botswana (von A4 auf B), Bangladesch und die Malediven (beide von C auf D). Botswana zĂ€hlt zu den stabilsten Volkswirtschaften in Subsahara-Afrika und ist stark vom Bergbau, speziell von Diamanten, abhĂ€ngig. Die rĂŒcklĂ€ufige Nachfrage nach LuxusgĂŒtern in den letzten Jahren wirkt sich allerdings negativ aus. "In Bangladesch herrscht eine LiquiditĂ€tskrise des Bankensektors. Viele Kredite fallen aus. Die Inflation bleibt hoch und wird noch verschĂ€rft durch eine zusĂ€tzliche Abwertung der heimischen WĂ€hrung Taka", erklĂ€rt Christiane von Berg. Die wirtschaftliche Situation wurde durch die Überschwemmungen im August 2024 noch verschĂ€rft, hinzu kommen politische Unruhen. Ein massives Schuldenproblem haben die Malediven - dem Inselstaat droht aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung und einem Vertrauensverlust an den MĂ€rkten die Staatspleite.

Das gesamte Coface Barometer und die aktuelle LĂ€nderrisikokarte zum Download unter www.coface.de

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