DIW-PrÀsident erwartet Stagnation der deutschen Wirtschaft
26.05.2023 - 08:39:04"Insgesamt wird die Wirtschaft eher auf Vorjahresniveau bleiben und sich auch im kommenden Jahr nicht sichtbar erholen", sagte Fratzscher dem Wirtschaftsmagazin Capital. Das Statistische Bundesamt hatte am Donnerstag seine SchĂ€tzung fĂŒr die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal nach unten revidiert, wodurch sich die deutsche Volkswirtschaft definitionsgemÀà in einer Rezession befindet.
FĂŒr das Gesamtjahr geht der Ăkonom von einem Nullwachstum aus: "Es könnte auch leicht positiv oder negativ sein, aber das wissen wir nicht", so Fratzscher. Normalerweise folge auf eine Rezession "ein recht deutlicher Aufholprozess, aber genau davon gehen wir nicht aus". Gesamtwirtschaftlich rede man eher von einer Stagnation auf absehbare Zeit. Fratzscher sagte, die Korrektur der konjunkturellen SchĂ€tzung durch das Statistische Bundesamt sei "nicht unerwartet" gewesen. "Wichtig ist, dass wir erst einmal in der SchwĂ€chephase bleiben werden und noch viel passieren kann, das die Wirtschaft erneut in eine Rezession treibt", so der DIW-PrĂ€sident. Zu den Risiken gehörten eine Eskalation des Kriegs in der Ukraine, Probleme mit den Lieferketten und geopolitische Konflikte. Eine Besonderheit der aktuellen wirtschaftlichen Lage sei der ungewöhnlich schwache private Konsum. "Die Reallöhne gehen deutlich zurĂŒck, Menschen mit geringen Einkommen sind davon besonders hart getroffen, weil die Inflation deutlich ĂŒber den Lohnerhöhungen liegt", so Fratzscher.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


