MDR-Tarifabschluss, Nullrunde

MDR-Tarifabschluss: Nullrunde für 2026 wegen Finanzlücke

17.06.2026 - 22:40:18 | boerse-global.de

MDR-Mitarbeiter erhalten 2026 keine Gehaltserhöhung. Der Tarifvertrag sichert Jobs bis Oktober und regelt Ausgleichszahlungen für freie Mitarbeiter.

MDR-Tarifabschluss: Nullrunde 2026 bei Kündigungsschutz bis Oktober
MDR-Tarifabschluss - Zwei Hände schütteln sich über einem Konferenztisch, im Hintergrund unscharfe Dokumente und Studiogeräte. Symbolisiert einen Tarifabschluss. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nullrunde wegen Finanznot

Nach fünf Verhandlungsrunden einigten sich der Sender und die Gewerkschaften DJV, ver.di und Unisono auf eine Laufzeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2026. Die ursprüngliche Forderung der Gewerkschaften nach 7 Prozent mehr Gehalt war angesichts der angespannten Finanzlage nicht durchsetzbar.

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Hintergrund der Nullrunde: Die KEF-Erhöhung des Rundfunkbeitrags wurde bisher nicht umgesetzt. Dem MDR fehlen eigenen Angaben zufolge in den Jahren 2025 und 2026 jährlich rund 20 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Sparprogramm von insgesamt 160 Millionen Euro für den Zeitraum 2025 bis 2028. Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur blockierten Beitragserhöhung wird für kommende Woche erwartet.

Kündigungsschutz bis Oktober

Trotz ausbleibender Gehaltserhöhungen enthält der Tarifabschluss Zusagen zur Arbeitsplatzsicherung. Bis zum 31. Oktober 2026 schließt der MDR betriebsbedingte Kündigungen aus. Danach ausgesprochene Kündigungen könnten frühestens zum 1. April 2027 wirksam werden.

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Für freie Mitarbeiter, die von Honorarverlusten durch Programmeinschnitte betroffen sind, wurde eine Ausgleichssonderzahlung vereinbart. Betroffen sind etwa das Mittagsmagazin, „MDR um 2“ sowie die Krimireihen Tatort und Polizeiruf 110.

Die Höhe des Ausgleichs richtet sich nach der Betriebszugehörigkeit:
- Ab 20 Jahren: 90 Prozent des Differenzbetrags
- Bei 10 bis 19 Jahren: 85 Prozent
- Bei 1 bis 9 Jahren: 80 Prozent

Anträge können zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 2027 gestellt werden. Für Streitfälle ist eine paritätische Kommission vorgesehen.

Programmänderungen in Sicht

Die finanzielle Konsolidierung wirkt sich direkt aufs Programm aus. Programmdirektor Boris Lochthofen erklärte, eine vorübergehende Pause bei prestigeträchtigen Formaten wie Tatort oder Polizeiruf 110 sei nötig, um das Sparvolumen von 20 Millionen Euro nicht linear über alle Redaktionen zu verteilen. Ab 2027 setzt der Sender verstärkt auf Reality-Formate für die ARD Mediathek.

Hinzu kommen demografische Herausforderungen: Mit Ausnahme von Leipzig verzeichne der Osten Deutschlands einen deutlichen Bevölkerungsrückgang. Das beeinflusse die langfristige Planung des öffentlich-rechtlichen Senders.

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