Schwesig will bei Treffen mit Scholz erneut Netzentgelte thematisieren
05.03.2024 - 06:20:01"Bund und LĂ€nder haben ein gemeinsames Interesse, dass die Wirtschaft angekurbelt wird. Es geht auch um die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland und die Sicherung von ArbeitsplĂ€tzen", betonte die SPD-Politikerin am Dienstag in Schwerin. Ziel des Treffens am Mittwoch sei ein gemeinsamer Antrag, in dem sich alle LĂ€nder fĂŒr BĂŒrokratieabbau und verstĂ€rkte Anstrengungen zur FachkrĂ€ftesicherung aussprechen.
PlĂ€ne der Ampel-Regierung, mit einem Wachstumschancengesetz die Stagnation in der deutschen Wirtschaft zu ĂŒberwinden, scheiterten bisher am Widerstand der Unionsparteien im Bundesrat. GesprĂ€che im Vermittlungsausschuss von LĂ€nderkammer und Bundestag konnten die Blockade Ende Februar nicht beenden.
Strittig unter den LĂ€ndern ist weiterhin auch die Gestaltung der Netzentgelte, die im Osten und Norden Deutschlands wegen der dort zĂŒgiger voranschreitenden Windkraftnutzung zum Teil erheblich höher sind als im SĂŒden oder Westen und so die Akzeptanz der Energiewende schmĂ€lern.
"Wir brauchen kurzfristig eine gerechtere Verteilung der Netzentgelte. Es kann nicht sein, dass die Regionen, die wie Mecklenburg-Vorpommern beim Ausbau der erneuerbaren Energien vorangehen, höhere Strompreise zahlen mĂŒssen. Das ist eine zusĂ€tzliche Belastung fĂŒr die Wirtschaft und fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Da brauchen wir endlich einen Ausgleich", mahnte Schwesig.
Erst am Freitag hatte die Bundesnetzagentur PlĂ€ne fĂŒr den Ausbau des Strom-Ăbertragungsnetzes vorgelegt. Damit sollen unter anderem hochleistungsfĂ€hige Windparks auf See angeschlossen und der Strom zu GroĂverbrauchern im SĂŒden und Westen transportiert werden. Die Kosten der bis 2045 geplanten AusbaumaĂnahmen bezifferte die Behörde auf rund 320 Milliarden Euro.
Auch in die Regionalnetze sind weitere hohe Investitionen nötig. SĂ€mtliche Kosten werden in der Regel ĂŒber die Netzentgelte auf alle Stromverbraucher umgelegt. Schwesig verwies auf den Vorschlag Niedersachsens, langfristig den Ausbau der Netze als öffentliche Infrastruktur aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren und dadurch die Strompreise zu entlasten.

