Medien: US-Angriff hat Irans Atomprogramm nur verlangsamt
24.06.2025 - 22:56:46Eine erste geheimdienstliche EinschÀtzung geht davon aus, dass das Bombardement vom Wochenende Irans unterirdische Atomanlagen nicht zerstören konnte, wie die Zeitung "New York Times" und der Sender CNN berichteten. Beide Medien beriefen sich auf mit dem Bericht des militÀrischen Geheimdienstes (DIA) vertraute Beamte.
US-PrĂ€sident Donald Trump hatte nach den US-Angriffen davon gesprochen, dass die Atomanlagen in Isfahan, Natans und Fordo zerstört worden seien. Die Rede war von einem TodesstoĂ fĂŒr das iranische Atomprogramm. Die Sprecherin des WeiĂen Hauses, Karoline Leavitt, kritisierte die Veröffentlichung des als "streng geheim" eingestuften Gutachtens. Die EinschĂ€tzung sei falsch, schrieb sie auf der Plattform X. Nach einem Angriff, wie ihn die USA durchgefĂŒhrt hĂ€tten, gebe es "totale Vernichtung", das wisse doch jeder.
CNN: Atomprogramm höchstens ein paar Monate verlangsamt
Dem Geheimdienstbericht zufolge sollen etwa an der tief in den Berg gebauten Anlage in Fordo nur die EingĂ€nge zerstört worden sein, die unterirdischen GebĂ€ude an sich aber nicht. Der fĂŒnfseitige Bericht geht zudem davon aus, dass der Iran seinen Bestand an angereichertem Uran bereits vor den Angriffen an andere Orte verlegt hatte, wie die "New York Times" weiter berichtete.
CNN zufolge soll der Angriff das iranische Atomprogramm "höchstens um ein paar Monate" zurĂŒckgeworfen haben. Die Zeitung sprach von weniger als sechs Monaten.
US-MilitĂ€r Ă€uĂerte sich zurĂŒckhaltender als die Politik
Beide Medien betonten, dass es sich um einen ersten Bericht handle und weitere Untersuchungen zu anderen Schlussfolgerungen fĂŒhren könnten. US-Generalstabschef Dan Caine hatte sich bereits am Sonntag zurĂŒckhaltender als die politische FĂŒhrung geĂ€uĂert. Zur Wirkung der Angriffe, bei denen auch massive bunkerbrechende Bomben zum Einsatz kamen, sagte er vor Journalisten, es gebe an den Atomanlagen "schwere SchĂ€den und Zerstörung".
Israel hatte vor gut zehn Tagen einen Krieg gegen seinen Erzfeind Iran begonnen. Mit massiven Luftangriffen gegen Ziele im ganzen Land wollte es Irans Atomprogramm und die Entwicklung ballistischer Raketen stoppen. Seit heute gilt in dem Konflikt eine Waffenruhe.
Der Iran hat stets betont, dass sein Atomprogramm nur zivilen Zwecke diene, nicht der Entwicklung von Atomwaffen.

