Wie sicher ist Deutschlands Gold in den USA?
23.01.2026 - 11:28:02Wie sicher sind Deutschlands Goldreserven in den USA? «Holt unser Gold heim!» - eine alte Forderung bekommt angesichts der unberechenbaren Machtpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump neue AktualitĂ€t. Sollte man die Barren sicherheitshalber in heimische Tresore schaffen?Â
Wie groĂ ist der Goldschatz der Bundesbank?Â
Der von der Bundesbank fĂŒr den deutschen Staat verwaltete Goldschatz ist der zweitgröĂte der Welt nach den BestĂ€nden der USA. Rund 3.352 Tonnen waren es Ende 2024, damaliger Wert: mehr 270 Milliarden Euro. Seither ist der Goldpreis deutlich gestiegen.Â
Mehr als die HĂ€lfte (1.710 Tonnen) des Edelmetalls lagert nach Angaben der Bundesbank in eigenen Tresoren in Frankfurt. 1.236 Tonnen und damit knapp 37 Prozent der deutschen GoldbestĂ€nde werden bei der US-Notenbank Fed in New York aufbewahrt. Die restlichen 405 Tonnen verwahrt die Bank of England in London.Â
Die 267.682 Goldbarren, die die Bundesbank in ihrer jĂŒngsten Inventarliste Ende 2024 verzeichnet, verteilen sich den Angaben zufolge wie folgt auf die LagerstĂ€tten: 136.637 Frankfurt, 98.613 New York, 32.432 London.Â
Warum lagert ein Teil des Goldes auĂerhalb Deutschlands?Â
Das hat historische GrĂŒnde: Ab Mitte 1951 baute die Bank deutscher LĂ€nder als VorgĂ€ngerin der Bundesbank erste Goldreserven auf. Das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg lieĂ den deutschen Goldschatz rasant wachsen. Denn der florierende Export brachte der Bundesrepublik viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht wurden.Â
WĂ€hrend des Kalten Krieges war es gewollt, deutsches Gold «westlich des Rheins» und möglichst weit auĂerhalb der Landesgrenzen zu verwahren: als möglichen Puffer fĂŒr WĂ€hrungskrisen. Das Gold wurde aber nie aus Deutschland in die USA gebracht, von einer «RĂŒckholaktion» zu sprechen ist sachlich falsch.Â
HĂ€tte die Bundesbank LagerkapazitĂ€ten fĂŒr ihr Gold aus den USA?Â
«Die LagerkapazitĂ€ten in den Tresoren der Bundesbank wĂŒrden fĂŒr die 1.236 Tonnen aus den USA grundsĂ€tzlich ausreichen», erklĂ€rt die Bundesbank. «Auch 100 Prozent aller Goldreserven könnten in den Tresoren der Bundesbank untergebracht werden.» Entscheidend fĂŒr die Notenbank seien vor allem Sicherheit und Handelbarkeit. Anhand dieser Kriterien bewerte die Bundesbank regelmĂ€Ăig, wo sie ihr Gold lagere. «Die New York Fed ist und bleibt in diesem Rahmen eine wichtige Lagerstelle fĂŒr unser Gold. Wir haben keinen Zweifel daran, dass wir mit der Fed New York einen vertrauenswĂŒrdigen, verlĂ€sslichen Partner bei der Aufbewahrung unserer GoldbestĂ€nde haben.»Â
Was sagt die Bundesbank zu Sicherheitsbedenken?Â
Schon wĂ€hrend Trumps erster Amtszeit betonte die Bundesbank, sie sehe keine Notwendigkeit, weitere Goldbarren aus ihren US-BestĂ€nden nach Deutschland zu holen. Die Bundesbank arbeite vertrauensvoll mit der Fed zusammen.Â
Im Oktober 2025 bekrĂ€ftigte Bundesbank-PrĂ€sident Joachim Nagel, es gebe keinen Grund zur Sorge um die bei der Fed in New York gelagerten Reserven. Die Bundesbank fĂŒhre regelmĂ€Ăig Inspektionen durch und nehme Stichproben. «Es ist vorhanden, es ist echt und es ist in vollstĂ€ndiger Ăbereinstimmung mit dem, was wir in unseren BĂŒchern haben», sagte Nagel.Â
Es sei auch eine Frage der Risikostreuung, deutsches Gold an unterschiedlichen Standorten zu lagern. Im Fall einer Krise könnte das in New York und London lagernde deutsche Gold in Dollar oder Pfund umgetauscht werden.Â
Warum wurde dennoch Gold aus den USA nach Deutschland geholt?Â
Jahrelang kursierten Verschwörungstheorien: «Wo ist das Gold der Deutschen?». Um die Zweifler zu beruhigen, holte die Bundesbank in den Jahren 2013 bis 2017 Hunderte Barren aus Tresoren der Fed in New York (300 Tonnen) sowie der Banque de France in Paris (374 Tonnen) nach Deutschland. Paris als LagerstĂ€tte gab die Bundesbank ganz auf.Â
Vor laufenden Kameras prĂ€sentierte die Bundesbank im August 2017 in ihrer Zentrale Goldbarren zum Anfassen. Die wichtigste Botschaft der Notenbank: Die deutschen Goldreserven sind echt und sie sind tatsĂ€chlich vorhanden.Â
Und die Bundesbank setzt auf noch mehr Transparenz: Auf fast 2.400 Seiten listet sie seit Ende 2015 öffentlich einsehbar jeden einzelnen Barren auf. Um letzte Skeptiker zu ĂŒberzeugen, gibt es Gold zum Anfassen: In ihrem Geldmuseum in Frankfurt ist ein Goldbarren eine der Hauptattraktionen.







