PrÀsident vereidigt Regierung von Donald Tusk
13.12.2023 - 11:00:57(mehr Details)
WARSCHAU (dpa-AFX) - Polens PrĂ€sident Andrzej Duda hat die neue proeuropĂ€ische Regierung von Donald Tusk vereidigt. "Dies ist ein wichtiger Moment fĂŒr Polen. Ich möchte Ihnen dazu gratulieren, dass Sie im politischen Prozess gewonnen haben", sagte Duda am Mittwoch nach der Zeremonie im Warschauer PrĂ€sidentenpalast. Der PrĂ€sident, der aus dem alten Regierungslager der nationalkonservativen PiS stammt, betonte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Knapp zwei Monate nach der Parlamentswahl ist damit der Machtwechsel vollzogen. Am Dienstagabend hatten die Abgeordneten Tusks Regierung das Vertrauen ausgesprochen.
Das DreierbĂŒndnis aus Tusks liberalkonservativer BĂŒrgerkoalition, dem christlich-konservativen Dritten Weg und dem LinksbĂŒndnis Lewica hatte bei der Parlamentswahl am 15. Oktober eine Regierungsmehrheit errungen. Jedoch hatte die bisherige nationalkonservative PiS-Regierung den Machtwechsel mit Hilfe von Duda lange hinausgezögert.
Der PrĂ€sident hatte zunĂ€chst den frĂŒheren MinisterprĂ€sidenten und PiS-Politiker Mateusz Morawiecki mit der Regierungsbildung beauftragt, obwohl die Partei keine Mehrheit im Parlament hatte. Am Montag scheiterte Morawiecki erwartungsgemÀà an der Vertrauensabstimmung. Erst danach, acht Wochen nach der Wahl, war der Weg fĂŒr Tusk frei.
In seiner Rede nach der Vereidigung erinnerte Tusk an die Rekord-Wahlbeteiligung und die Menschen, die am Wahltag vor vielen Wahllokalen bis nach Mitternacht ausgeharrt hatten, um ihre Stimme abzugeben. "Zwei Monate lang haben diese WÀhler, dieselben Polinnen und Polen, so geduldig und mit so viel Enthusiasmus darauf gewartet, dass ihre historische Entscheidung umgesetzt wird", sagte Tusk in Anspielung auf die Verzögerungstaktik des nationalkonservativen Lagers. "Wenn es um die Freiheit des Einzelnen und die Menschenrechte geht, geben Polen und Polinnen nie auf."
Mit dem Start von Tusks Regierung zeichnet sich eine grundlegende Wende in der polnischen AuĂenpolitik ab. Am Dienstag hatte der 66-jĂ€hrige Danziger in seiner RegierungserklĂ€rung eine RĂŒckkehr zu die Einhaltung der Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit angemahnt und eine gute Zusammenarbeit seines Landes mit der EU angekĂŒndigt. "Was wirklich eine Gemeinschaft formt, sind Rechtsstaatlichkeit, die Verfassung, die Regeln der Demokratie, sichere Grenzen und ein sicheres Landesgebiet - das sind die Dinge, ĂŒber die wir uns nicht streiten dĂŒrfen", sagte der ehemalige EU-RatsprĂ€sident.
Die nun abgelöste nationalkonservative PiS-Regierung lag jahrelang wegen ihrer Justizreform im Clinch. Die EU-Kommission hatte mehrere Vertragsverletzungsverfahren gegen das EU-Mitglied eingeleitet und blockiert einen milliardenschweren Corona-Hilfsfonds.
Tusk kĂŒndigte an, unter seiner Regierung werde Polen die Position eines "AnfĂŒhrers innerhalb der EU" einnehmen. Auch die Freigabe der blockierten EU-Hilfsgelder werde er erreichen.

