Gewerkschaften, EU-Regeln

Gewerkschaften fordern EU-Regeln fĂŒr Fleischindustrie

16.04.2024 - 15:19:34

Mehrere europĂ€ische Gewerkschaften fordern EU-weite Regeln fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie.

"Wir schlagen eine europĂ€ische Richtlinie vor, die WerkvertrĂ€ge einschrĂ€nkt und die das Level an Kontrollen erhöht", sagte der GeneralsekretĂ€r der Gewerkschaftsföderation fĂŒr Nahrungsmittel, Landwirtschaft und Tourismus (Effat), Kristjan Bragason, am Dienstag in Berlin. "Diese Themen können nicht lĂ€nger auf nationaler Ebene angegangen werden. Um sicherzustellen, dass Unternehmen nicht mehr wie bisher ArbeitsplĂ€tze von Land zu Land verlagern können, brauchen wir einen europĂ€ischen Rechtsrahmen."

WerkvertrĂ€ge und Leiharbeit waren auch in Deutschland in Schlachthöfen ĂŒbliche Praxis. Nachdem sich BeschĂ€ftigte wĂ€hrend der Pandemie in den Betrieben massenhaft mit Corona infiziert hatten, entbrannte hierzulande eine Debatte ĂŒber die Arbeitsbedingungen in der Fleischwirtschaft. Der Bund verbot daraufhin die Anstellung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ĂŒber Leihfirmen und Subunternehmen.

Seither habe sich in den Schlachtbetrieben einiges, wenn auch nicht alles, verbessert, sagte am Dienstag Guido Zeitler, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung Genuss GaststĂ€tten (NGG), die Mitglied in der Gewerkschaftsföderation ist. "Unternehmen haben sehr schnell die ehemaligen Wertmitarbeiterinnen und -mitarbeiter ĂŒbernommen und direkt beschĂ€ftigt." Nur in geringem Umfang seien ArbeitsplĂ€tze ins Ausland verlagert worden. FĂŒr die Fleischwirtschaft sei tariflich eine Lohnuntergrenze vereinbart worden. Derzeit gilt der gesetzliche Mindestlohn.

Doch in anderen LÀndern gibt es solche gesetzlichen Regelungen nicht. Insbesondere in osteuropÀischen LÀndern wie Polen, Ungarn oder RumÀnien und insbesondere in Irland seien die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen skandalös, sagte Effat-GeneralsekretÀr Bragason.

Wie in anderen Branchen auch herrsche in der Fleischwirtschaft ein großer Mangel an ArbeitskrĂ€ften, betonte er. Die Lösung sei aber nicht, wie von Unternehmen gefordert, die Anwerbung von Mitarbeitern aus Drittstaaten, sondern bessere Arbeitsbedingungen.

@ dpa.de