ROUNDUP, VerbÀnde

VerbÀnde fordern Stopp der Legalisierung von Cannabis

08.12.2023 - 16:37:31

Mehrere VerbÀnde aus dem Gesundheitswesen sowie von Polizei- und LehrkrÀften fordern noch einen Stopp der geplanten Legalisierung von Cannabis.

"Bitte stimmen Sie dem vorliegenden Gesetzentwurf nicht zu", heißt es in einem am Freitag öffentlich gemachten Schreiben an die Abgeordneten des Bundestags. Es gehe um eine Weichenstellung, die gravierende gesellschaftliche Auswirkungen insbesondere fĂŒr die Entwicklungs- und Lebensperspektiven junger Menschen haben werde. ZunĂ€chst berichtete die "Welt" darĂŒber.

Der von der BundesĂ€rztekammer initiierte Appell wurde unter anderem auch von weiteren Ärzte- und Wissenschaftsvereinigungen, dem Deutschen Lehrerverband und der Gewerkschaft der Polizei unterzeichnet.

ÄrzteprĂ€sident Klaus Reinhardt sagte, die internationale Studienlage sei klar: "Die Legalisierung von Cannabis fĂŒhrt zu mehr Konsum und verharmlost die damit verbundenen Risiken. Cannabis kann abhĂ€ngig machen und gravierende EntwicklungsschĂ€den verursachen. Dieses Land braucht keine Cannabis-Legalisierung." Es brauche stattdessen eine Drogenpolitik, die entschieden auf mehr PrĂ€ventions- und Hilfsangebote gerade fĂŒr junge Menschen setze.

Die Ampel-Koalitionsfraktionen hatten sich kĂŒrzlich auf Details eines Gesetzentwurfes verstĂ€ndigt. Eigenanbau und Besitz bestimmter Mengen der Droge sollen demnach fĂŒr VolljĂ€hrige ab 1. April 2024 erlaubt sein. Zum 1. Juli sollen Clubs zum gemeinsamen Anbau möglich werden. Cannabis soll im BetĂ€ubungsmittelgesetz von der Liste der verbotenen Substanzen gestrichen werden. Vorgesehen sind verschiedene Regeln und Vorgaben fĂŒr eine kontrollierte Freigabe. Nach SPD-Angaben soll das Gesetz "zeitnah im neuen Jahr" im Bundestag beschlossen werden.

Der Deutsche Richterbund kritisierte, das kleinteilige Gesetz sehe eine FĂŒlle von Auflagen und neuen Bußgeldvorschriften vor. Geplante StraftatbestĂ€nde seien teils mit erheblichen Nachweisschwierigkeiten verbunden. Die GesetzesplĂ€ne dĂŒrften ihr Ziel verfehlen, den Schwarzmarkt und die kriminelle Szene wirksam zurĂŒckzudrĂ€ngen, sagte BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sven Rebehn.

@ dpa.de