Arbeitsmarkt, Nachbesserungsbedarf

Wirtschaft sieht Nachbesserungsbedarf bei FachkrÀfteeinwanderung

22.06.2023 - 13:32:22 | dts-nachrichtenagentur.de

Mehrere Wirtschaftsvertreter sehen noch Nachsteuerungsbedarf bei der Einwanderungsreform, die am Freitag vom Bundestag beschlossen werden soll.

Bauarbeiter - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Bauarbeiter - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

Das neue Gesetz sei ein "guter Anfang", man mĂŒsse aber "dringend die Migrationsverwaltung mit schlanken Verwaltungsverfahren besser aufstellen", sagte ArbeitgeberprĂ€sident Rainer Dulger dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). "ArbeitskrĂ€fte, die bereits einen Arbeitsvertrag haben und morgen anfangen könnten, warten monatelang darauf loszulegen."

Das sei "ein massiver wirtschaftlicher Verlust fĂŒr alle Seiten". Das neue Gesetz Ă€ndere daran leider wenig. Dabei sei der FachkrĂ€ftemangel akut. "Er gefĂ€hrdet nicht nur unsere Wirtschaft, er gefĂ€hrdet unseren Wohlstand." Das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) kommt zu einer Ă€hnlichen Bewertung. Schnelle und digitale Verwaltungsprozesse seien bislang "WunschtrĂ€ume" geblieben - "und es gibt kaum Anlass zur Hoffnung, dass hier zĂŒgige und nachhaltige Fortschritte erzielt werden können", sagte IZA-Forscher Ulf Rinne. Der Experte kritisierte zudem, dass es bei weiteren "zentralen Herausforderungen" keine Lösung gebe. So bleibe etwa "die hohe HĂŒrde" der deutschen Sprachkenntnisse bestehen. Rinne regte an, "unbĂŒrokratisch" Arbeitgebern zu vertrauen, "effizient fĂŒr sie relevante Talente und FĂ€higkeiten zu identifizieren" und befristete Arbeitserlaubnisse fĂŒr Drittstaatsangehörige lediglich an ein vorliegendes Ausbildungs- oder Arbeitsplatzangebot in einem tarifgebundenen Unternehmen zu koppeln. ArbeitgeberprĂ€sident Dulger kritisierte ĂŒberdies, dass die Zeitarbeitsbranche keine FachkrĂ€fte aus Drittstaaten anwerben könne. "Das BeschĂ€ftigungsverbot in der Zeitarbeit ist eine unnötige Fessel, die wir dringend lösen mĂŒssen." Das sieht auch der Mittelstandsverbund so, der rund 230.000 mittelstĂ€ndische Unternehmen vertritt. FĂŒr den Mittelstand sei der FachkrĂ€ftemangel aktuell "das grĂ¶ĂŸte Wachstumshemmnis", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Ludwig Veltmann. "Die Politik sollte alle Register ziehen, die mittel- und langfristig Abhilfe schaffen."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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