Nierenkompass, Machine

Mein Nierenkompass: Machine Learning findet Risiken effizient

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 23:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Machine-Learning-Modell identifiziert Versicherte mit erhöhtem CKD-Risiko; ein Heimtest und Àrztliche AbklÀrung bilden weitere Schritte.
Ein steriler, heller Laborraum mit GlasgefĂ€ĂŸen auf einer weißen ArbeitsflĂ€che, der eine professionelle medizinische Umgebung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Am 21. Oktober 2026 hat der BKK Dachverband Einzelheiten zu dem im September 2026 gestarteten Pilotprojekt „Mein Nierenkompass“ bekannt gegeben. Die Initiative widmet sich der FrĂŒherkennung chronischer Nierenkrankheiten (CKD) und entsteht in Zusammenarbeit mit dem UniversitĂ€tsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), der CharitĂ© Berlin sowie dem Nephrologen Prof. Thorsten Feldkamp. Das Vorhaben richtet sich an Versicherte dreier Betriebskrankenkassen: der BAHN-BKK, der novitas BKK und der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse.

Gezielte Risikoidentifikation durch Machine Learning

Kern des Projekts ist ein datenbasiertes Prognosemodell, das der Verband gemeinsam mit der GWQ ServicePlus AG auf Basis von Machine Learning entwickelt hat. Der Algorithmus wertet vorhandene Routinedaten aus, um Versicherte mit einem potenziell erhöhten Risiko fĂŒr das Vorliegen einer chronischen Nierenerkrankung zu identifizieren.

Der Einsatz dieses Verfahrens soll die Effizienz bei der FrĂŒherkennung deutlich steigern. Nach Angaben der Projektpartner erreicht das Modell eine Trefferquote von etwa jedem fĂŒnften identifizierten Versicherten.

Ohne eine solche automatisierte RisikoeinschĂ€tzung mĂŒssten schĂ€tzungsweise rund 65 Versicherte kontaktiert werden, um einen vergleichbaren Verdachtsfall zu ermitteln. Auf diese Weise können Ressourcen in der Versorgung zielgerichteter eingesetzt und Betroffene frĂŒher auf mögliche Risiken aufmerksam gemacht werden.

Vom UACR-Heimtest zur kontinuierlichen Betreuung

Der Versorgungspfad fĂŒr die identifizierten Risikogruppen ist mehrstufig aufgebaut und setzt auf einen niedrigschwelligen Zugang. Versicherte, bei denen das Prognosemodell ein entsprechendes Risikoprofil anzeigt, erhalten eine schriftliche Einladung per Brief.

Über einen darin enthaltenen QR-Code können die Angeschriebenen eigenstĂ€ndig einen UACR-Heimtest anfordern, der ĂŒber die Bestimmung des Albumin-Kreatinin-Quotienten im Urin erste Hinweise auf eine NierenschĂ€digung liefert.

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FĂ€llt dieser Vortest auffĂ€llig aus, folgt der nĂ€chste Schritt im ambulanten Sektor. Die betroffenen Personen werden zu einer weiterfĂŒhrenden Diagnostik in eine Hausarztpraxis geleitet, um das Ergebnis labormedizinisch und klinisch abzuklĂ€ren.

Sofern sich der Verdacht auf eine chronische Nierenerkrankung bestĂ€tigt, sieht das Programm eine umfassende Begleitung der Patientinnen und Patienten ĂŒber einen Zeitraum von bis zu einem Jahr vor, um eine frĂŒhzeitige leitliniengerechte Versorgung zu etablieren.

Versorgungsrelevanz im System der Betriebskrankenkassen

Mit dem Projekt erproben die Initiatoren, wie digitale Analysemethoden direkt mit etablierten hausĂ€rztlichen Strukturen verknĂŒpft werden können. Chronische Nierenerkrankungen verlaufen in frĂŒhen Stadien hĂ€ufig symptomarm und bleiben ohne gezielte Screenings oft ĂŒber lĂ€ngere Zeit unentdeckt, was therapeutische Eingriffe erschwert.

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Der BKK Dachverband fungiert in diesem Vorhaben als gesundheitspolitischer Spitzenverband. Nach eigenen Angaben vertritt die Organisation die Interessen von 63 Betriebskrankenkassen sowie vier LandesverbÀnden, die bundesweit rund 9,6 Millionen Versicherte zÀhlen.

Die Erkenntnisse aus dem Pilotbetrieb mit den drei teilnehmenden Krankenkassen sollen Aufschluss darĂŒber geben, in welchem Umfang sich datengestĂŒtzte Identifikationsmodelle kĂŒnftig dauerhaft in PrĂ€ventions- und Versorgungsangebote einbinden lassen.

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