Studie: Menschen in Ostdeutschland fĂŒhlen sich hĂ€ufiger abgehĂ€ngt
29.01.2024 - 18:34:43Das geht aus einer Studie der UniversitĂ€t Jena hervor. Demnach Ă€uĂerten 19 Prozent der Ostdeutschen im sogenannten Deutschland-Monitor ein GefĂŒhl des AbgehĂ€ngtseins. Im Westen des Landes waren es den Angaben zufolge nur acht Prozent.
Auch hatten der Studie zufolge mehr Menschen in Ostdeutschland den Eindruck, die Politik interessiere sich nicht ausreichend fĂŒr ihre Region und setze sich zu wenig fĂŒr die wirtschaftliche Entwicklung dort ein. Den Forscherinnen und Forschern zufolge kann dieser Unterschied zwischen Ost und West auch auf die strukturellen Bedingungen zurĂŒckgefĂŒhrt werden. Das GefĂŒhl des AbgehĂ€ngtseins sei besonders in jenen ostdeutschen Gegenden besonders stark verbreitet, die stĂ€rker von Ăberalterung und Abwanderung betroffen seien.
Auch in der Bewertung der in Deutschland gelebten Demokratie unterscheiden sich demnach die Menschen in Ost und West. Zwar stimmten den Angaben zufolge fast alle (97 Prozent) der rund 4000 Befragten der Idee von Demokratie zu. Mehr als die HĂ€lfte der Ostdeutschen (56 Prozent) war mit der Praxis allerdings unzufrieden. Zum Vergleich: Unter den Westdeutschen gaben den Angaben zufolge nur vier von zehn Befragten an, mit der gelebten Demokratie unzufrieden zu sein.
Einig waren sich die Befragten der Studie zufolge lĂ€nderĂŒbergreifend darin, dass der Staat fĂŒr allgemeine Lebensrisiken Verantwortung ĂŒbernehmen sollte. Zudem geht nach Angaben der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Daten der Befragung hervor, dass die LebensqualitĂ€t sowohl in Ost und West als auch in der Stadt und auf dem Land Ă€hnlich bewertet wird.
Zu den zentralen Herausforderungen der Menschen in der Stadt und auf dem Land gelten demnach die VerfĂŒgbarkeit bezahlbaren Wohnraums, der FachkrĂ€ftemangel sowie der zunehmende Gegensatz zwischen Arm und Reich. In strukturschwachen lĂ€ndlichen Regionen - besonders in Ostdeutschland - komme die Abwanderung junger Menschen als Problem hinzu, hieĂ es.
Mit dem Deutschland-Monitor wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine neue Sicht auf gesellschaftliche und politische Einstellungen und Bewertungen der deutschen Bevölkerung ermöglichen. Die Befragung findet jÀhrlich statt.

