Mercedes-Benz: Vier Bürotage für 38.000 Beschäftigte ab Januar 2027 geplant
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Automobilkonzern Mercedes-Benz bereitet eine deutliche Verschärfung seiner Anwesenheitsregeln vor. Wie Medienberichte zeigen, plant das Unternehmen ab dem 1. Januar 2027 vier verpflichtende Bürotage pro Woche für rund 38.000 Büroangestellte in Deutschland. Die Umsetzung der neuen Vorgaben steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass der Betriebsrat der entsprechenden Neuregelung zustimmt.
Kündigung der bestehenden Vereinbarung
Mit dem Vorstoß beendet der Autobauer den bisherigen arbeitsrechtlichen Status quo. Die bisherige Betriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten stammte aus dem Jahr 2016 und wurde vom Unternehmen gekündigt. Diese alte Richtlinie räumte den Beschäftigten formal weitreichende Freiheiten ein und erlaubte theoretisch bis zu fünf Homeoffice-Tage pro Woche oder eine vollständige Tätigkeit aus der Ferne. Zuletzt lag die tatsächliche Präsenzquote in den Büros des Konzerns nach Unternehmensangaben bei rund 50 Prozent.
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Künftig sollen Führungskräfte das Recht erhalten, für Vollzeitkräfte bis zu vier Präsenztage je Arbeitswoche festzulegen, ohne dass dafür eine gesonderte Begründung erforderlich ist. Das erklärte Ziel des Unternehmens besteht laut einem Konzernsprecher darin, vier Tage im Büro zum allgemeinen Standard für die betroffenen Beschäftigten zu machen.
Verhandlungen mit dem Betriebsrat und Frist bis März 2027
Die neue Betriebsvereinbarung über mobiles Arbeiten soll formal am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Noch ist das Verfahren jedoch nicht abgeschlossen, da die erforderliche Zustimmung des Betriebsrats derzeit aussteht.
Für den Fall stockender Verhandlungen steht bereits ein arbeitsrechtlicher Rahmen fest: Sollte bis März 2027 keine Einigung auf eine neue Betriebsvereinbarung erzielt werden, greift eine Rückkehr zur vollen Anwesenheit. Ohne gültige Neuregelung würden für die betroffenen Angestellten nach Ablauf dieser Frist automatisch fünf Präsenztage pro Woche vor Ort gelten.
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Verknüpfung mit einer Produktivitätsinitiative
Die geplante Reform der Präsenzvorgaben steht in direktem Zusammenhang mit einer internen Produktivitätsinitiative des Automobilherstellers. Innerhalb der Führungsetage gibt es zudem Befürworter noch weitergehender Schritte: Konzernchef Ola Källenius sprach sich zuletzt für fünf feste Bürotage in der Woche aus.
Die nun anvisierte Vier-Tage-Regelung stellt in den anstehenden Abstimmungen mit der Arbeitnehmervertretung die Basis dar, mit der das Management mehr Verbindlichkeit bei der Anwesenheit der Bürokräfte durchsetzen möchte.
