Mercedes-Sparkurs, Sonderzahlung

Mercedes-Sparkurs: Sonderzahlung für 90.000 Mitarbeiter verschoben

26.06.2026 - 22:42:34 | boerse-global.de

Mercedes verschiebt geplante Sonderzahlung auf 2027 und erwägt Rückkehr zur 40-Stunden-Woche. Der Gewinn brach 2025 massiv ein.

Mercedes verschärft Sparkurs: Sonderzahlung verschoben und 40-Stunden-Woche geprüft
Mercedes-Sparkurs - Nahaufnahme eines Mercedes-Benz Lenkrads mit verschwommenem Fabrikhintergrund und einer Uhr, die längere Arbeitszeiten anzeigt. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine für Juli geplante Sonderzahlung wird auf 2027 verschoben. Parallel prüft der Vorstand die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche.

Verschiebung von Tarifzahlungen

Im Zentrum der Maßnahmen steht der sogenannte Transformationsbaustein. Die Sonderzahlung in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts war ursprünglich für Juli 2026 vorgesehen. Sie soll nun erst im April 2027 ausgezahlt werden.

Betroffen sind rund 90.000 der insgesamt 108.000 in Deutschland tätigen Mitarbeiter.

Rückkehr zur 40-Stunden-Woche?

Der Vorstand erwägt zudem eine Ausweitung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich. Aktuell liegt die tarifliche Regelarbeitszeit bei 35 Stunden.

Die Begründung: Die Arbeitskosten in Deutschland seien im internationalen Vergleich zu hoch. Zwar entfallen nur 15 Prozent des Absatzes auf den deutschen Markt, doch zwei Drittel der Belegschaft arbeiten hier. Zudem liege der Krankenstand an heimischen Standorten teils deutlich über dem internationalen Durchschnitt.

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Gewinn eingebrochen

Der Handlungsdruck ist enorm. Im Geschäftsjahr 2025 fiel der Gewinn von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2026 sank das Ergebnis um weitere 17,2 Prozent. Die bereinigte Umsatzrendite liegt bei 4,1 Prozent.

Das Sparprogramm „Next Level Performance“ soll die jährlichen Kosten um rund 5 Milliarden Euro senken. Trotzdem plant Mercedes für 2026 Investitionen in Forschung und Entwicklung von 14 Milliarden Euro.

Widerstand der Arbeitnehmervertreter

Die Pläne stoßen auf deutliche Ablehnung. Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali bezeichnete die Forderung nach einer 40-Stunden-Woche als nicht zielführend. Er verwies auf die teils geringe Auslastung in deutschen Werken.

Der Betriebsrat betont: Für Arbeitszeitänderungen seien die Tarifpartner zuständig. Die Verschiebung der Sonderzahlung sei zwar tarifvertraglich zulässig, belaste aber das Vertrauensverhältnis.

Bereits rund 5.000 Mitarbeiter haben das Unternehmen in den vergangenen Monaten gegen Abfindung verlassen.

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Branche unter Druck

Mercedes steht nicht allein da. Bei Volkswagen stehen laut Branchenberichten der Abbau von bis zu 100.000 Stellen und die Schließung von vier Werken im Raum. Der Absatz – vor allem in China – liegt deutlich hinter den Werten von 2019.

Die Mercedes-Aktie notierte zuletzt bei 44,10 Euro und verzeichnete Kursverluste.

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