Merz drÀngt EU-Partner zu mehr Ukraine-Hilfe
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 12:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Bei der UnterstĂŒtzung der Ukraine ist ein stĂ€rkeres Engagement anderer Mitgliedstaaten sowohl angemessen als auch dringend erforderlich", schreibt der CDU-Politiker in einer gemeinsamen ErklĂ€rung mit den Regierungschefs von DĂ€nemark, den Niederlanden, Ăsterreich und Finnland. Gemeinsam mit Schweden leisten die fĂŒnf LĂ€nder nach eigenen Angaben derzeit rund 70 Prozent der bilateralen Ukraine-Hilfe der EU-Staaten.
Konkrete Adressaten nennen die fĂŒnf Regierungschefs in den vom Nachrichtenmagazin "Politico" veröffentlichten Text nicht. Gemessen an ihrer Wirtschaftskraft stellten etwa LĂ€nder wie Italien, Frankreich und Spanien zuletzt vergleichsweise wenig Geld fĂŒr die Ukraine bereit.
Haushalt soll "mehrere Hundert Milliarden Euro" schlanker werden
Mit der von "Politico" veröffentlichten ErklĂ€rung dringen Merz und die anderen Unterzeichner zudem erneut darauf, den fast zwei Billionen Euro umfassenden Entwurf der EU-Kommission fĂŒr den nĂ€chsten langfristigen EU-Haushalt um "mehrere Hundert Milliarden Euro" zu kĂŒrzen. Die vorgeschlagene nominale Erhöhung um rund 60 Prozent sei weder wirtschaftlich noch politisch realistisch, schreiben sie.
Dabei erteilen sie auch denjenigen EU-Staaten eine Absage, die neue EU-Ausgaben auf Pump oder im groĂen Stil durch neue Steuern und Abgaben finanzieren wollen. "Der EU-Haushalt wird letztlich von den europĂ€ischen BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern bezahlt", schreiben sie. Eine gemeinsame Schuldenaufnahme könne auch deswegen nicht die Antwort sein, weil schon die bereits wĂ€hrend der Corona-Pandemie aufgenommenen Schulden den nĂ€chsten langfristigen Haushalt mit fast 170 Milliarden Euro belasteten.
Subventionen und Transfers im Fokus
Konkret werben Merz und Co. dafĂŒr, den Rotstift bei Subventionen und Transferleistungen anzusetzen. Betroffen sein könnten damit etwa Gelder fĂŒr strukturschwache Regionen oder Agrarhilfen. Spielraum braucht es laut der ErklĂ€rung dagegen fĂŒr gemeinsame Investitionen in Sicherheit und Verteidigung, WettbewerbsfĂ€higkeit, Innovation und den Kampf gegen irregulĂ€re Migration.
Neben Merz unterzeichneten DĂ€nemarks MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen, der niederlĂ€ndische Regierungschef Rob Jetten, Ăsterreichs Kanzler Christian Stocker und Finnlands MinisterprĂ€sident Petteri Orpo den Brief. Alle fĂŒnf Regierungschefs fĂŒhren Nettozahler-LĂ€nder, also Staaten, die mehr in den EU-Haushalt einzahlen, als sie daraus zurĂŒckerhalten. Als "Sparsame" wollen sie sich laut der ErklĂ€rung aber dennoch nicht verstanden wissen. "Wir investieren massiv in unsere gemeinsame Sicherheit und Verteidigung. Wir sind nicht knauserig", schreiben sie.
