Social-Media-Verbot, Kinder

Meta droht 12-Milliarden-Strafe: EU prüft Social-Media-Verbot für Kinder

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 23:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Brüssel wirft Meta suchtförderndes Design vor und droht mit Strafen von über 12 Milliarden Euro. Ein Social-Media-Verbot für Minderjährige wird diskutiert.

EU verschärft Regeln: Milliardenstrafe für Meta und Social-Media-Verbot für Kinder
Eine Kinderhand greift nach einem leuchtenden Smartphone-Bildschirm. Im Hintergrund verschwommene digitale Schnittstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Konkret prüft Brüssel weitreichende Beschränkungen für Minderjährige auf Plattformen wie Instagram und Facebook. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht sich sogar für ein komplettes Social-Media-Verbot für Kinder aus.

Systematische Suchtförderung durch Design

Nach zweijährigen Ermittlungen wirft die EU-Kommission Meta Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA) vor. Im Fokus stehen Design-Elemente wie „Infinite Scroll“, die automatische Videowiedergabe („Autoplay“), personalisierte Algorithmen und Push-Benachrichtigungen. Diese Mechanismen seien darauf ausgelegt, die Verweildauer zu maximieren – und könnten bei Minderjährigen Abhängigkeiten auslösen.

Eine Eurobarometer-Untersuchung zeigt das Ausmaß: Jugendliche in Europa verbringen unter der Woche durchschnittlich 4,5 Stunden vor dem Bildschirm, am Wochenende rund 6,1 Stunden. 14 Prozent der Befragten sind täglich mehr als zehn Stunden online. Fast die Hälfte aller 12-Jährigen in Europa hat bereits einen Instagram-Account.

Die EU fordert von Meta nun Nachbesserungen: automatische Abspielfunktionen sollen standardmäßig deaktiviert werden, wirksame Pausensignale müssen her.

Milliardenstrafe droht

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Passt Meta die beanstandeten Funktionen nicht an, drohen empfindliche Sanktionen. Der DSA sieht Strafen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor – für Meta wären das über 12 Milliarden Euro. Der Konzern hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Ein ähnliches Verfahren läuft seit Jahresbeginn gegen den Konkurrenten TikTok.

Parallel diskutiert die EU über ein striktes Mindestalter für soziale Medien. Im Gespräch sind Grenzen von 13, 15 oder 16 Jahren. Ein Expertengremium legt am 13. Juli 2026 einen Bericht mit Empfehlungen vor. Von der Leyen will im September in ihrer Rede zur Lage der Union weitere Maßnahmen ankündigen. Ein konkreter Gesetzesentwurf wird für den Spätsommer erwartet.

Internationale Vorbilder und nationale Alleingänge

Die Debatte in Brüssel wird durch internationale Entwicklungen befeuert. Australien hat Ende 2025 ein Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren beschlossen, kämpft aber mit der technischen Umsetzung. Großbritannien plant ähnliche Regeln für 2027.

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Innerhalb der EU drängen Frankreich, Spanien, Österreich und Italien auf strengere Vorschriften oder eigene Verbote. In Deutschland bereitet Bundesfamilienministerin Karin Prien einen Gesetzentwurf vor, favorisiert aber eine einheitliche europäische Lösung.

Die Zustimmung in der Bevölkerung ist enorm: 92 Prozent der Europäer halten besseren Onlineschutz für Kinder für eine politische Priorität. Jeder dritte Jugendliche gab an, sich durch soziale Medien gestresst, traurig oder ausgegrenzt zu fühlen. 90 Prozent der Teenager berichten, bereits mit verstörenden Inhalten konfrontiert worden zu sein.

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