Metall-Tarifrunde: Arbeitgeber bieten 1,3 Prozent ab 2028
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWarnstreiks rĂŒcken ab Sonntag nĂ€her
- Gesamtmetall legte das Angebot zum Auftakt der zweiten Runde in fĂŒnf Tarifgebieten vor.
- Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober in der Metall- und Elektroindustrie.
- Das Arbeitgebermodell enthÀlt eine Einmalzahlung von 1 Prozent des tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027.
Arbeitgeber legen Angebot fĂŒr Metallbranche vor
Die Arbeitgeber in der deutschen Metall- und Elektroindustrie bieten den rund 3,7 Millionen BeschĂ€ftigten 1,3 Prozent mehr Geld ab Juli 2028 an. Das Angebot wurde zum Auftakt der zweiten regionalen Verhandlungsrunde in fĂŒnf Tarifgebieten vorgelegt und soll eine Laufzeit von 26 Monaten bis Ende 2028 haben.
Einmalzahlung und neue Regeln
ZusĂ€tzlich sieht das Modell eine Einmalzahlung von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 vor. Diese Zahlung soll automatisch entfallen, wenn Unternehmen kaum noch verdienen; die Arbeitgeber wollen auĂerdem die bisherige Regelung zur Differenzierung auf weitere Entgeltbestandteile ausweiten.
Mehr Verantwortung fĂŒr Betriebe
Gesamtmetall will zudem ein Instrument schaffen, mit dem auf betrieblicher Ebene ĂŒber Investitionen, Innovationen, Standorte und BeschĂ€ftigungssicherung verhandelt werden kann. ZustĂ€ndig wĂ€ren dann BetriebsrĂ€te und nicht mehr die Gewerkschaft.
IG Metall fordert fĂŒnf Prozent
Die IG Metall verlangt fĂŒnf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die erste Verhandlungsrunde Anfang Oktober war ohne Ergebnis geblieben.
Warnstreiks ab Sonntag möglich
Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktober. Ab Sonntag sind damit Warnstreiks möglich.
Die Arbeitgeber sprechen zudem einen GesprĂ€chswunsch ĂŒber die hohen KrankenstĂ€nde und MaĂnahmen zur Senkung der Krankheitskosten aus.
Die Tarifrunde fÀllt in eine Phase, in der die Metall- und Elektroindustrie zugleich vor Kosten-, Nachfrage- und Strukturproblemen steht. Besonders die Automobilindustrie steht unter Anpassungsdruck, wÀhrend Maschinenbau, Elektrotechnik und weitere Teilbranchen unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen verzeichnen.
Mit dem Angebot von 1,3 Prozent, der langen Laufzeit und der zusĂ€tzlichen Einmalzahlung verbinden die Arbeitgeber dauerhafte Entgeltsteigerungen mit einer stĂ€rkeren Anpassung an die wirtschaftliche Lage einzelner Unternehmen. Die geplante Ausweitung der Differenzierung wĂŒrde den Spielraum fĂŒr Betriebe vergröĂern, Zahlungen bei schwacher Ertragslage auszusetzen.
Streit ĂŒber Lohn und betriebliche Verantwortung
Die Gewerkschaft setzt dem eine deutlich höhere Forderung und eine kĂŒrzere Laufzeit entgegen. Neben dem Einkommen geht es damit um die Frage, wie stark TarifvertrĂ€ge bundesweit einheitliche Regeln setzen sollen und welche Entscheidungen auf Betriebsebene zwischen Arbeitgebern und BetriebsrĂ€ten getroffen werden können.
FĂŒr die BeschĂ€ftigten ist der 31. Oktober der entscheidende Termin: Mit dem Ende der Friedenspflicht steigt der Druck auf die Verhandlungen, weil anschlieĂend Warnstreiks möglich sind. Zugleich stehen Themen wie BeschĂ€ftigungssicherung, Investitionen und Krankheitskosten auf der Tagesordnung. Der weitere Verlauf dĂŒrfte deshalb nicht allein an der prozentualen Lohnerhöhung gemessen werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: âTarifrunde: Metall und Elektro: TarifgesprĂ€che gehen in die zweite Rundeâ (27.10.2026)
Der Artikel ordne die zweite Runde im SĂŒdwesten ein und stelle die Forderung der IG Metall nach fĂŒnf Prozent mehr Geld heraus. Anders als die dpa-Meldung zum bundesweit abgestimmten Arbeitgeberangebot liege der Schwerpunkt auf dem regionalen Verhandlungsauftakt und dem nahenden Ende der Friedenspflicht.
n-tv: âMetall und Elektro: Zweite Runde der TarifgesprĂ€che begonnenâ (27.10.2026)
Der Beitrag berichte ĂŒber den Beginn der Verhandlungen in Kornwestheim und die angekĂŒndigte Vorlage eines Arbeitgeberangebots. Er bestĂ€tige damit den Zeitdruck und die FĂŒnf-Prozent-Forderung, setze den Schwerpunkt aber auf die baden-wĂŒrttembergischen Akteure und die Positionen vor Beginn der GesprĂ€che.
Gemeinsam ist den BeitrÀgen der Fokus auf die zweite Verhandlungsrunde und mögliche Warnstreiks. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Blickwinkel: WÀhrend die dpa-Meldung das bundesweit abgestimmte Angebot beschreibt, konzentrieren sich die anderen BeitrÀge auf den regionalen Auftakt.
