Metalltarifverhandlungen, Metall

Metalltarifverhandlungen: IG Metall lehnt Lohnverzicht für 3,7 Millionen ab

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 15:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die IG Metall will Reallöhne sichern, pocht auf die 35-Stunden-Woche und startet im Oktober Verhandlungen für 3,7 Millionen Beschäftigte.

IG Metall lehnt Lohnverzicht ab und plant Tarifrunde 2026
Weite, menschenleere Werkshalle der Metallindustrie bei Dämmerung mit modernen Maschinen und Betonboden. Illustration mit AI erstellt.

In der bevorstehenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ihre Kernforderungen konkretisiert. Wie die Gewerkschaft am 9. September 2026 im Rahmen eines Pressebriefings bekannt gab, lehnt die Arbeitnehmervertretung jeglichen Lohnverzicht strikt ab. Vorrangiges Ziel der Verhandlungen ist die Sicherung der Reallöhne für die bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche.

Befragungsergebnisse zeigen gespaltenes Bild in den Betrieben

Grundlage für die Positionierung der Gewerkschaft ist eine umfangreiche Beschäftigtenbefragung zur aktuellen Tarifrunde, an der sich 267.000 Teilnehmer beteiligten. Die Ergebnisse verdeutlichen eine differenzierte Erwartungshaltung innerhalb der Belegschaften: Während sich 47,8 % der Befragten für eine moderate Erhöhung der Entgelte aussprachen, plädierten 35 % für eine kräftige Anhebung der Bezüge.

Auch die wirtschaftliche Verfassung in den einzelnen Betrieben wird von den Arbeitnehmern sehr unterschiedlich wahrgenommen. Laut der Erhebung bewerten 31,7 % der Teilnehmenden die aktuelle Betriebslage als gut und 14,5 % sogar als sehr gut. Demgegenüber stehen 16,9 % der Beschäftigten, die die Situation als schlecht einschätzen, während 4,7 % von einer sehr schlechten Lage berichten.

Fokus auf Arbeitszeit und branchenspezifische Herausforderungen

Ein zentraler Streitpunkt der kommenden Verhandlungen zeichnet sich bereits beim Thema Arbeitszeit ab. Die IG Metall erteilte Forderungen nach einer Abkehr von der 35-Stunden-Woche eine deutliche Absage. Benner betonte in diesem Zusammenhang, dass eine mögliche Forderung nach Abschaffung dieser Arbeitszeitregelung einen erheblichen Proteststurm auslösen würde.

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Zudem verwies die Gewerkschaft auf die Notwendigkeit differenzierter Lösungen, um der heterogenen Entwicklung innerhalb der Industriezweige gerecht zu werden. Die Tarifvorständin Boguslawski erläuterte, dass hierbei zwischen Krisen- und Boom-Unternehmen unterschieden werden müsse.

Während insbesondere die Automobilindustrie derzeit mit einer Krise und einem massiven Stellenabbau konfrontiert ist, verzeichnen andere Sektoren wie die Luft- und Raumfahrt, die Rüstungsindustrie sowie die Medizintechnik eine deutlich positive Entwicklung.

Fahrplan für den Verhandlungsprozess im Herbst

Der weitere Zeitplan für die Tarifauseinandersetzung steht bereits fest. Am 23. September 2026 wird die IG Metall die offizielle Forderung für die Metall- und Elektroindustrie beschließen. Die eigentlichen Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden sollen dann ab dem 7. Oktober 2026 beginnen.

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Die aktuelle Friedenspflicht endet mit dem Auslaufen der bestehenden Tarifverträge am 31. Oktober 2026. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Parteien versuchen, eine Einigung am Verhandlungstisch zu erzielen, um mögliche Arbeitskampfmaßnahmen nach Ende der Friedenspflicht zu vermeiden. Die Verhandlungen gelten aufgrund der ungleichen wirtschaftlichen Lage in den Teilbranchen als besonders komplex.

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