Methanverordnung, Gasnetzbetreiber

Methanverordnung: 700 Gasnetzbetreiber müssen Messungen korrigieren

15.06.2026 - 09:33:26 | boerse-global.de

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert das Branchentool GaWaS wegen fehlender Echtmessungen. Betreibern drohen Bußgelder ab 2026.

DUH warnt 700 Gasnetzbetreiber vor EU-Methanverstoß
Methanverordnung - Industrielle Gaspipeline-Infrastruktur bei Dämmerung, mit subtil entweichenden Methanfahnen, aus leicht erhöhter Perspektive. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat mehr als 700 Gasnetzbetreiber über mögliche Verstöße gegen die EU-Methanverordnung informiert. Kern des Problems: Ein brancheneigenes Erfassungstool, das die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt.

Software auf Standardwerten statt Echtmessungen

Im Visier der Kritik steht das vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) bereitgestellte Tool „GaWaS". Laut DUH liefert es fehlerhafte Berichte und basiert auf Standardwerten – obwohl die EU-Methanverordnung seit 2025 eigene Messungen der Betreiber vorschreibt.

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Das Umweltbundesamt stellt klar: Eine unzureichende Berichterstattung über Emissionen ist eine Ordnungswidrigkeit. Die kann mit Bußgeldern geahndet werden. Für das Berichtsjahr 2026 sind explizite Standortmessungen Pflicht. Das aktuelle Tool kann diese nicht abbilden.

Branche reagiert – aber zu langsam?

Die Energiewirtschaft erkennt das Problem. DVGW-Präsident Linke bestätigte Anfang Juni: Eigene Messungen der Unternehmen sind unumgänglich. Der Verband stellte eine Überarbeitung des Programms in Aussicht.

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Die DUH fordert eine sofortige Korrektur für 2026. Netzbetreiber müssen die vorgeschriebenen Standortmessungen durchführen und dokumentieren. Pauschale Durchschnittswerte genügen den regulatorischen Standards nicht mehr.

Netzausbau: Bundesnetzagentur stoppt 40 Projekte

Parallel zu den Gas-Problemen gibt es Bewegung im Stromnetz. Die Bundesnetzagentur hat rund 40 Ausbauprojekte abgelehnt, die Übertragungsnetzbetreiber für den Zeitraum bis 2037 vorgeschlagen hatten. Grund: ein erhöhtes Risiko für ein unterdimensioniertes Netz. Die Behörde will stattdessen den Redispatch-Bedarf senken und prioritäre Projekte vorziehen.

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