MiCA-Frist, Krypto-Firmen

MiCA-Frist ab Juli: Fast 2.800 Krypto-Firmen verlieren EU-Marktzugang

29.06.2026 - 06:07:23 | boerse-global.de

Zum 1. Juli verlieren fast 2.800 Krypto-Unternehmen ohne MiCA-Lizenz den Zugang zum EU-Markt. Ripple und Coinbase sichern sich Zulassungen.

MiCA-Frist endet: Tausende Krypto-Firmen verlieren EU-Zugang
MiCA-Frist - Ein digitales Vorhängeschloss-Symbol über einer stilisierten Karte der Europäischen Union mit Blockchain-Netzwerklinien, die Punkte verbinden. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Zum 1. Juli läuft die Übergangsfrist der EU-Krypto-Verordnung MiCA aus. Schätzungen zufolge verlieren fast 2.800 Unternehmen den legalen Zugang zum EU-Binnenmarkt.

Von den mehr als 1.200 aktiven Krypto-Firmen in der EU haben sich bislang nur rund 17 Prozent die nötige Zulassung als Krypto-Dienstleister (CASP) gesichert. Das entspricht etwa 210 bis 230 Unternehmen.

Strenge Durchsetzung ab Juli

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat bereits klargestellt: Nicht zugelassene Anbieter müssen ihre EU-Geschäfte ab dem 1. Juli einstellen. Sie dürfen keine neuen Kunden mehr gewinnen.

Bestehende Kundenvermögen müssen geschützt und der Betrieb geordnet abgewickelt werden. Nationale Behörden, die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und die neue Anti-Geldwäsche-Behörde (AMLA) können die Regeln ab Juli koordiniert durchsetzen.

Kunden sollten den Status ihrer Anbieter im offiziellen ESMA-Register prüfen. Marktbeobachter warnen vor einer möglichen Abwanderung von Liquidität zu Handelsplätzen außerhalb der EU.

Gewinner und Verlierer der neuen Regulierung

Während kleinere Anbieter den Markt verlassen müssen, haben einige Branchengrößen wichtige Meilensteine erreicht. Ripple sicherte sich am 23. Juni eine vorläufige Zulassung der luxemburgischen Aufsicht CSSF. Das ermöglicht das sogenannte Passporting im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum.

Ripple verfügt damit nach eigenen Angaben über mehr als 75 regulatorische Genehmigungen weltweit. Auch Coinbase hat eine MiCA-Lizenz in Luxemburg erhalten.

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Anders sieht es bei Binance aus: Der Kryptobörse blieb eine MiCA-Zulassung bisher verwehrt. Der Markt reagiert volatil: XRP notierte Ende Juni bei rund 1,04 bis 1,06 Euro – ein Rückgang von etwa 37 Prozent seit Jahresbeginn.

Österreich als neues Krypto-Tor zur EU

Innerhalb der EU positioniert sich Österreich zunehmend als reguliertes Eintrittstor für Krypto-Unternehmen. Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) gilt in Branchenkreisen als besonders effizient.

Die Börse Bybit hat eine EU-Struktur mit 45 Mitarbeitern in Wien aufgebaut. Auch die Amina Bank gründete eine österreichische Tochtergesellschaft. Während die Schweiz im Krypto-Banking für institutionelle Kunden stark bleibt, gewinnt Österreich bei skalierbaren Plattformen an Boden.

In Polen hingegen verzögert sich die vollständige MiCA-Umsetzung. Nach einem Veto von Präsident Nawrocki Mitte Juni verhandelt die Partei Polska 2050 über Änderungen am nationalen Krypto-Gesetz. Im Fokus stehen kürzere Kontosperren, staatliche Haftungsregeln und niedrigere Emissionsgebühren.

Nächste Regulierungswelle in Sicht

Die regulatorische Landschaft könnte sich weiter verschärfen. Der ECON-Ausschuss des EU-Parlaments spricht sich für eine Ausweitung von MiCA auf dezentrale Finanzanwendungen (DeFi), Staking, Krypto-Kredite und NFTs aus.

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Ein entsprechender Bericht soll am 7. Juli im EU-Parlament zur Abstimmung stehen. Ziel sei eine einheitliche Regelung sowie die Förderung von Tokenisierungen und eurogedeckten Stablecoins als Teil der europäischen Zahlungsinfrastruktur.

In Deutschland werden unterdessen Änderungen bei der Krypto-Besteuerung diskutiert. Einem Schreiben eines Bundestagsabgeordneten zufolge könnte die einjährige Haltefrist für Kryptowährungen im Rahmen der Haushaltsplanungen für 2027 abgeschafft werden. Eine offizielle Bestätigung durch das Bundesfinanzministerium steht noch aus.

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