Microsoft-Abfindung: Freiwilliges Angebot für rund 60.000 Beschäftigte
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer US-Technologiekonzern Microsoft hat ein freiwilliges Abfindungsprogramm für rund 60.000 Mitarbeiter angekündigt. Das Angebot richtet sich an mehr als ein Viertel der weltweiten Belegschaft. Ziel der Maßnahme ist es, Kosten zu senken und die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz mitzufinanzieren.
Personalchefin Amy Coleman kündigte das Programm an einem Montag an. Berechtigte Angestellte erhalten dabei eine E-Mail mit einem individuellen Zugangslink.
Das Vorhaben betrifft Beschäftigte in den Vereinigten Staaten, Kanada, Indien und Großbritannien bis einschließlich der Karrierestufe 70. Auch Führungskräfte bis zur Vizepräsidentenebene können das Angebot wahrnehmen. Als Annahmeschluss gilt die erste Dezemberwoche, während das Ausscheiden für den 31. Dezember 2026 vorgesehen ist.
Betroffene Bereiche und Bedingungen
Das Abfindungsangebot gilt für ausgewählte Teams innerhalb des Konzerns. Dazu gehören unter anderem die Sparten AI Experiences, Copilot, Finanzen, Personalwesen, Windows + Devices sowie Xbox. Dagegen sind andere Unternehmensbereiche ausgeschlossen. Beschäftigte im Marketing, im kommerziellen Vertrieb, in der Cybersicherheit sowie in Teilen der Rechenzentren und des Quantencomputings können das Programm nicht in Anspruch nehmen.
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Für die US-Belegschaft umfasst das Abfindungspaket mindestens 60 Tage Grundgehalt und reicht je nach Dienstalter bis zu 39 Wochen Grundgehalt. Mitarbeiter der Stufen 64 und darunter erhalten eine Woche Grundgehalt pro sechs Monate Betriebszugehörigkeit, während Beschäftigte der Stufen 65 bis 67 zwei Wochen pro sechs Monaten erhalten.
Ergänzt wird das Paket durch fortlaufendes Aktienvesting, eine fortgesetzte Gesundheitsversorgung sowie Karriereberatung. Ein Unternehmenssprecher erklärte dazu, die Konditionen seien mit einer regulären Abfindung vergleichbar.
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Branchenbeobachter und ein Sprecher des Konzerns rechnen allerdings mit einer geringeren Resonanz als bei früheren Angeboten. Die Annahmequote werde voraussichtlich weit unter den 30 Prozent liegen, die bei einem vorherigen Vorruhestandsangebot verzeichnet wurden. Es handelt sich bereits um das zweite freiwillige Abfindungsprogramm bei Microsoft im Jahr 2026. Anfang 2026 waren rund 7 Prozent der US-Belegschaft, etwa 9.000 Beschäftigte, berechtigt gewesen, von denen mehr als 30 Prozent das Angebot annahmen. Im Jahr 2025 hatte das Unternehmen zudem über 15.000 Stellen gestrichen, während Xbox Anfang 2026 einen geplanten Abbau von 3.200 Stellen vornahm.
Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund rasant steigender Ausgaben für die technologische Infrastruktur. Wie andere Branchenakteure, darunter Google und Meta, erhöht auch Microsoft die Mittel für Rechenkapazitäten. Für das Kalenderjahr 2026 sind bei Microsoft Investitionsausgaben von 175 Mrd. USD prognostiziert.
Andere Quellen beziffern den Rahmen für KI-Investitionen in Rechenzentren und Halbleiter im Jahr 2026 auf 130 bis 145 Mrd. Dollar, was rund 116 bis 129 Mrd. Euro entspricht und fast doppelt so viel ist wie im Jahr 2025.
Gleichzeitig geraten die Barmittel unter Druck. Im zweiten Quartal betrug der freie Cashflow des Konzerns 19,64 Mrd. Dollar, was einem Rückgang von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. An den Finanzmärkten wurde die Ankündigung verhalten positiv aufgenommen. Die Aktie von Microsoft legte an einem Montag um 1 Prozent zu und verzeichnete seit Jahresbeginn ein Plus von 10 Prozent.
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