Microsoft-Abfindungen: 60.000 Mitarbeiter können bis Dezember aussteigen
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 01:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer US-Softwarekonzern Microsoft hat ein weitreichendes Abfindungsprogramm aufgelegt, das sich an rund 60.000 Mitarbeiter richtet. Dies entspricht etwa 27 Prozent der weltweiten Belegschaft von 223.000 Beschäftigten.
Wie aus Medienberichten vom 26. Oktober 2026 hervorgeht, handelt es sich bereits um das zweite freiwillige Ausstiegsangebot des Unternehmens im laufenden Jahr. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Kostenbasis anzupassen, während der Konzern erhebliche Mittel in den Ausbau seiner Infrastruktur für künstliche Intelligenz leitet.
Geografische Begrenzung und betroffene Unternehmensteile
Das Angebot richtet sich an Angestellte in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien. Standorte in Deutschland oder anderen europäischen Ländern sind laut den Berichten nicht Teil der Maßnahme. Antragsberechtigt sind Beschäftigte bis zur Ebene der Vizepräsidenten in ausgewählten Unternehmensbereichen.
Dem Vernehmen nach stehen die Abfindungen unter anderem Mitarbeitern in den Sparten Windows, Xbox, Copilot, Hardware sowie in der Personal- und Finanzabteilung offen. Ausdrücklich ausgenommen sind Schlüsselbereiche wie Cloud- und KI-Rechenzentren, der Vertrieb, das Marketing, die IT-Sicherheit, das Quantencomputing sowie das kommerzielle Geschäft. Microsoft selbst äußerte sich zu diesen internen Abgrenzungen nicht.
Das finanzielle Paket sieht vor, dass gewährte Aktienoptionen erhalten bleiben. Die Abfindung umfasst ein Grundgehalt für 60 Tage zuzüglich einer Woche Gehalt für je sechs Monate Betriebszugehörigkeit.
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Für höhere Positionen verdoppelt sich die wöchentliche Berechnungsgrundlage, gedeckelt auf maximal 39 Wochen. Personalchefin Amy Coleman informierte die berechtigten Mitarbeiter in einem internen Schreiben über das Angebot, wobei das Unternehmen Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung zusichert.
Eine Entscheidung müssen die Beschäftigten bis Anfang Dezember treffen; als Austrittsdatum ist der 31. Dezember vorgesehen. Das Management rechnet mit einer Annahmequote, die deutlich unter den 30 Prozent eines früheren Programms liegt.
Hohe Investitionen und vorangegangene Sparmaßnahmen
Hintergrund der Personalanpassungen sind massive Ausgaben für künstliche Intelligenz. Microsoft hatte im Juli mitgeteilt, dass die Kapitalausgaben für das September-Quartal die Marke von 50 Milliarden US-Dollar übersteigen sollen, nach 34,9 Milliarden US-Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal.
Zugleich sank der freie Cashflow im zweiten Quartal um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 19,64 Milliarden US-Dollar. Ende Juni beschäftigte der Konzern 223.000 Menschen, rund 5.000 weniger als zum Ende des vorherigen Jahres.
Das aktuelle Angebot folgt auf eine Reihe vorangegangener Schritte. Im April hatte Microsoft ein Vorruhestandsprogramm für rund sieben Prozent der US-Belegschaft aufgesetzt, das sich an fast 9.000 Mitarbeiter richtete, deren Alter und Dienstjahre in der Summe mindestens 70 ergaben.
Mehr als 30 Prozent der Berechtigten nahmen damals an. Im Juli folgten Entlassungen von rund 4.800 Mitarbeitern, was etwa 2,1 Prozent der weltweiten Belegschaft entsprach. Im vorangegangenen Jahr waren bereits 15.000 Stellen gestrichen worden.
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Parallele Entwicklung bei BMW in Deutschland
Freiwillige Abfindungsprogramme stehen derzeit auch bei traditionellen Industrieunternehmen im Fokus, verlaufen jedoch mitunter anders als geplant. Der Automobilhersteller BMW musste sein entsprechendes Programm für rund 40.000 Beschäftigte in Deutschland vorerst stoppen, da der Andrang unerwartet groß war.
BMW verfolgt das Ziel, bis Ende 2027 rund 8.000 Arbeitsplätze abzubauen, vor allem im indirekten Bereich wie Verwaltung, Buchhaltung sowie Forschung und Entwicklung, während die Produktion unberührt bleibt.
Die Abfindungen sind nach Einkommen und Dienstjahren gestaffelt und erreichen in Einzelfällen Summen von bis zu 650.000 Euro zuzüglich Rabatten beim Autokauf. Das interne Berechnungsportal war zeitweise überlastet, woraufhin der Konzern das Angebot vorübergehend schloss. Neben Abfindungen setzt BMW auf Altersteilzeit und natürliche Fluktuation; betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.
Mehr zum Thema bei DER SPIEGEL: „Microsoft: Techkonzern bietet 60.000 Mitarbeitern Abfindungen an“
