Hamburg, Deutschland

Ploß: Sondervermögen auch für Häfen und Wasserstraßen nutzen

25.05.2026 - 05:30:25 | dpa.de

Milliardenbedarf für marode Schleusen oder neue Kaianlagen: Die Öffnung des Sondervermögens für Häfen und Wasserstraßen könnte Schifffahrt und Exportwirtschaft helfen. Es gibt einen neuen Vorstoß.

Ploß setzt sich dafür ein, dass die Milliarden aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes auch für Häfen und Wasserstraßen genutzt werden können. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
Ploß setzt sich dafür ein, dass die Milliarden aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes auch für Häfen und Wasserstraßen genutzt werden können. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa

Der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß, setzt sich für eine Öffnung des Sondervermögens Infrastruktur für Häfen und Wasserstraßen ein. Bislang sind die 300 Milliarden Euro, die der Bund in den kommenden 12 Jahren zur Verfügung stellt, vor allem für Straße und Schiene vorgesehen. «Das Sondervermögen Infrastruktur sollte deutlich flexibler gehandhabt werden, als es bisher der Fall ist», sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. 

Ploß betonte, die schwarz-rote Bundesregierung habe bereits viel für die Seehäfen und die maritime Wirtschaft geleistet. Häfen und Wasserstraßen spielten eine zentrale Rolle für die Exportwirtschaft, die Energieversorgung und die Verteidigungsfähigkeit. «Deswegen brauchen wir weitere Investitionen, um die Häfen fit für die Zukunft zu machen», sagte Ploß. 

Strukturell liegt der Finanzierungsbedarf in die Seehafeninfrastruktur bei circa 15 Milliarden Euro, wie eine Umfrage des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) unter seinen Mitgliedern ergeben hat. 

Schifffahrt für Versorgung und Wirtschaft von nationaler Bedeutung 

Eine Öffnung des Sondervermögens werde von der Hafenwirtschaft seit Start der Merz-Regierung gefordert, sagte ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger. «Unsere Häfen sind längst nicht mehr nur Drehscheiben für Handel und Industrie, sie sind von gesamtstaatlicher strategischer Bedeutung für die Energieversorgung sowie Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands.» Bund und Länder müssten hier gemeinsam Verantwortung übernehmen. 

Auch mit Blick auf vorgesehene Ausbaumaßnahmen an den Flüssen und Kanälen und wegen des Sanierungsstaus an Schleusen und Hebewerken sei die Öffnung des Sondervermögens ein dringend notwendiger Schritt, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt, Jens Schwanen. Er betonte die Bedeutung der Binnenschifffahrt für die Versorgung Deutschlands und den Wirtschaftsstandort. Industriestandorte seien nicht zufällig an Kanälen und Flüssen wie etwa dem Rhein angesiedelt.

Branchen wie die Chemie-, Stahl- und Mineralölindustrie, die Agrarwirtschaft oder der Baustoffsektor wüssten die Leistungsfähigkeit der Schifffahrt zu schätzen. Diese werde «jedoch massiv ausgebremst, wenn Schleusen und Hebewerke altersbedingt ausfallen oder Bottlenecks im Wasserstraßennetz die Logistikprozesse durcheinanderbringen», warnte Schwanen.

de | wirtschaft | 69414270 |

Weitere Meldungen

Mutmaßlicher Block-Kidnapper: «Die Kinder haben geweint». Der Chef ist als Zeuge eine Schlüsselfigur in dem Prozess. Eine israelische Sicherheitsfirma soll die Block-Kinder im Auftrag ihrer Mutter entführt haben. (Unterhaltung, 15.06.2026 - 14:14) weiterlesen...

Mutmaßlicher Block-Kidnapper: Es tat mir leid für die Kinder. Der Chef ist als Zeuge eine Schlüsselfigur in dem Prozess. Eine israelische Sicherheitsfirma soll die Block-Kinder im Auftrag ihrer Mutter entführt haben. (Unterhaltung, 15.06.2026 - 11:32) weiterlesen...

Berlin-Hamburg: Züge rollen wieder - Kleiner Fahrplanwechsel. Aber es ändert sich im Fahrplan der Bahn noch mehr. Für Zehntausende Pendler zwischen Hamburg und Berlin haben ab Sonntag Ersatzverkehr und Umleitungen ein Ende. (Wirtschaft, 13.06.2026 - 10:38) weiterlesen...

Sicherheitsbereich am Hamburger Flughafen stundenlang zu. Ein Mann hatte einen Notknopf gedrückt – wohl aus Versehen. Das hatte enorme Auswirkungen. Wegen eines Zwischenfalls ging am Hamburger Flughafen mehrere Stunden fast gar nichts mehr. (Unterhaltung, 12.06.2026 - 12:59) weiterlesen...

Zeuge im Block-Prozess: Wollte zwischen Eltern vermitteln. Er berichtet im Prozess, wie er die verfeindeten Eltern an einen Tisch bringen wollte. Ein Kinderpsychologe hat Christina Block, die keinen Kontakt zu ihren Kindern in Dänemark hatte, oft beraten. (Unterhaltung, 11.06.2026 - 17:02) weiterlesen...

Zeuge im Block-Prozess: Wollte Eltern an einen Tisch bringen. Als Zeuge schildert er, wie er zwischen den zerstrittenen Eltern Brücken bauen wollte. Ein Kinderpsychologe hat Christina Block, die keinen Kontakt zu ihren Kindern in Dänemark hatte, oft beraten. (Unterhaltung, 11.06.2026 - 12:07) weiterlesen...