Deutschland: 5,5 Millionen Menschen konnten 2022 nicht angemessen heizen
28.11.2023 - 09:10:18Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lebten 5,5 Millionen Menschen in Haushalten, die nach eigener EinschĂ€tzung ihr Haus oder ihre Wohnung aus finanziellen GrĂŒnden nicht angemessen warmhalten konnten. Das betreffe rund 6,6 Prozent der Bevölkerung. Gemessen am Jahr 2021 (3,3 Prozent) habe sich der Anteil verdoppelt, berichtete die Behörde am Dienstag in Wiesbaden. "Grund fĂŒr den Anstieg dĂŒrften vor allem die höheren Energiepreise im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gewesen sein."
Die Angaben basieren auf der EU-weiten Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (European Union Statistics on Income and Living Conditions, EU-SILC). Die EinschÀtzung der Angemessenheit des Heizens liege im Ermessen der Befragten, erlÀuterten die Statistiker. Es habe keine EinschrÀnkung wie einen Temperaturkorridor bei der Befragung gegeben. In Deutschland nahmen demnach rund 74 000 Menschen teil.
Besonders hĂ€ufig waren demnach Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten betroffen: Gut 14 Prozent von ihnen gaben an, ihre Wohnung aus Geldmangel nicht angemessen heizen zu können. Auch Personen in Haushalten bestehend aus zwei Erwachsenen und mindestens drei Kindern (9,7 Prozent) sowie Alleinlebende (7,3 Prozent) waren ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig betroffen.
Mit einem Bevölkerungsanteil von 6,6 Prozent liegt Deutschland indes deutlich unter dem EU-Durchschnitt: In der EuropĂ€ischen Union waren 2022 rund 9,3 Prozent der Bevölkerung nach eigener EinschĂ€tzung finanziell nicht in der Lage, ihre Wohnung angemessen warmzuhalten - 2021 waren es noch 6,9 Prozent. Am hĂ€ufigsten gaben Menschen in Bulgarien an, ihren Wohnraum nicht angemessen heizen zu können: Dort war gut jeder FĂŒnfte (22,5 Prozent) betroffen. Es folgten Zypern (19,2) und Griechenland (18,7). Am niedrigsten war der Anteil in Finnland (1,4 Prozent) sowie in Luxemburg (2,1) und Slowenien (2,6).

