Deutschland, Konjunktur

ZEW-Konjunkturbarometer bricht wegen Iran-Krieg ein

17.03.2026 - 13:14:46 | dpa.de

Mit dem Krieg in Nahost wĂ€chst die Sorge um die deutsche Wirtschaft. Die Konjunkturerwartungen von Börsenexperten sacken ab. Die Deutsche Bank senkt bereits ihre Wachstumsprognose fĂŒr dieses Jahr.

Der Ölpreisschock belastet die Aussichten der deutschen Wirtschaft (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa

Bei Finanzexperten wachsen die Sorgen, dass der Krieg im Nahen Osten die erwartete Erholung der deutschen Wirtschaft verzögert. Die ZEW-Konjunkturerwartungen brachen im MĂ€rz um 58,8 Punkte zum Vormonat auf minus 0,5 Punkte ein, wie das Mannheimer Zentrum fĂŒr EuropĂ€ische Wirtschaftsforschung mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt einen viel weniger deutlichen RĂŒckgang auf plus 39,2 Punkte erwartet.

«Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise massiv nach oben und sorgt fĂŒr steigenden Inflationsdruck», kommentierte ZEW-PrĂ€sident Achim Wambach. Die Finanzmarktexperten seien skeptisch, dass es zu einem schnellen Ende des Konflikts kommen werde. «Kaum eine Branche erfĂ€hrt eine Verbesserung im MĂ€rz», berichtete das ZWE. Die deutlichsten RĂŒckgĂ€nge gab es in der Chemie- und Pharmaindustrie sowie dem Auto und Maschinenbau. FĂŒr das ZEW-Barometer werden regelmĂ€ĂŸig Analysten und Investoren befragt.

Aktuelle Lage besser beurteilt

Verbessert hat sich allerdings die immer noch sehr schwache Bewertung der aktuellen Lage, so das ZEW. Der entsprechende Indikator stieg um 3,0 Punkte auf minus 62,9 Punkte. Ökonomen hatten einen RĂŒckgang auf minus 68,0 Punkten erwartet. «Das RĂŒstungs- und Infrastrukturprogramm wirkt jetzt stabilisierend, zielt es doch auf binnenwirtschaftliche Impulse ab», kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. 

Der Energiepreisschock drohe die Erholung der deutschen Volkswirtschaft spĂŒrbar zu verzögern, meint Marc Schattenberg, Volkswirt bei Deutsche Bank Research. «Wir haben unsere Wachstumsprognose fĂŒr 2026 auf 1 Prozent abgesenkt. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass die Erholung der deutschen Wirtschaft vollstĂ€ndig zum Erliegen kommt.» Vor allem angesichts der staatlichen Impulse mit den Milliardenausgaben fĂŒr Verteidigung und Infrastruktur halte man an der Prognose fĂŒr 2027 von 1,5 Prozent fest.

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