Berlin, Deutschland

BDI fordert mehr Klarheit bei Industriestrompreis

19.06.2023 - 09:04:58

Mit Hilfe von staatlichen Subventionen soll die Industrie in Deutschland von Strom aus erneuerbaren Energien profitieren. Der BDI sieht allerdings noch offene Fragen beim «BrĂŒckenstrompreis».

In der Diskussion um einen staatlich gestĂŒtzten Industriestrompreis hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mehr Klarheit ĂŒber das gesetzte Ziel gefordert. Wirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) spreche von einem «BrĂŒckenstrompreis», sagte BDI-PrĂ€sident Siegfried Russwurm am Montag im «Deutschlandfunk». «Und bei BrĂŒcken fĂ€llt mir immer ein: Ich muss das andere Ufer kennen. Also haben wir eine Chance, dass wir dieses Ziel erreichen, die Subventionen, die es ja de facto sind, auch wieder abstellen zu können?», sagte Russmann. Dauerhafte Subventionen könnten kein Weg sein fĂŒr die deutsche Industrie.

Wirtschaftsminister Habeck will mit staatlichen Milliardenhilfen wettbewerbsfĂ€hige Strompreise fĂŒr die Industrie ermöglichen. Langfristig ist demnach ein «Transformationsstrompreis» geplant. Die Industrie soll von gĂŒnstigem Strom aus erneuerbaren Energien profitieren. Maßnahmen dazu brauchten aber Zeit, hieß es in dem entsprechenden Papier. Deswegen soll es in einer Zwischenphase bis 2030 einen «BrĂŒckenstrompreis» geben von sechs Cent pro Kilowattstunde.

Russwurm Ă€ußerte die Sorge: «Haben wir denn ein Ziel, auf das wir zusteuern können mit dieser BrĂŒcke, das bei diesen sechs Cent liegt, mal unabhĂ€ngig davon, ob die ausreichen oder nicht ausreichen?» Der BDI-PrĂ€sident forderte ein durchgĂ€ngiges Energiekonzept fĂŒr Deutschland und dabei beim «Zielzustand» anzufangen.

Am Montag hatte der Tag der Industrie in Berlin begonnen. Themen bei der zweitĂ€gigen Tagung dĂŒrften der Industriestrompreis und die WettbewerbsfĂ€higkeit deutscher Unternehmen im internationalen Vergleich sein.

Kritik an PlÀnen

FDP-GeneralsekretĂ€r Bijan Djir-Sarai hat sich gegen PlĂ€ne fĂŒr einen verbilligten Industriestrompreis als Mittel gegen die galoppierenden Energiekosten ausgesprochen. «Wir sind nach wie vor davon ĂŒberzeugt, dass das der falsche Ansatz, dass das der falsche Weg ist», sagte Djir-Sarai in Berlin nach einer PrĂ€sidiumssitzung seiner Partei. Ein Industriestrompreis sei auch nicht im Einklang mit der sozialen Marktwirtschaft.

«Wir können nicht jede Form der wirtschaftlichen TĂ€tigkeit in Deutschland subventionieren. Gerade in einer Marktwirtschaft haben ja Preise eine Signalwirkung und ein subventionierter Preis wĂŒrde ja dazu fĂŒhren, dass auch falsche Signale gesendet werden», warnte der FDP-Politiker.

Er sprach von einer «Wettbewerbsverzerrung». «Aber es gĂ€be auch keine Anreize darĂŒber hinaus kĂŒnftig in ökologische Prozesse in der Industrie zu investieren», sagte er. Djir-Sarai: «Eine Entlastung fĂŒr die eine Gruppe wĂ€re eine Belastung fĂŒr viele andere Gruppen, fĂŒr Haushalte, fĂŒr die Menschen in unserem Land, aber auch fĂŒr Betriebe des Mittelstandes.»

@ dpa.de

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