Grönland, Trump

Grönland an Trump: 'Genug ist genug'

14.03.2025 - 11:32:22

Mit neuen Aussagen zu einer Annexion Grönlands hat US-PrĂ€sident Donald Trump auf der grĂ¶ĂŸten Insel der Erde weiteren Ärger auf sich gezogen.

"Jetzt hat der amerikanische PrĂ€sident erneut den Gedanken ins Spiel gebracht, uns zu annektieren. Das kann ich auf keinen Fall akzeptieren", schrieb der fungierende Regierungschef MĂște B. Egede auf Facebook. Er kĂŒndigte an, so schnell wie möglich die anderen Parteispitzen einberufen zu lassen, denn dieses Mal mĂŒsse die Ablehnung gegenĂŒber Trump verschĂ€rft werden. Man dĂŒrfe nicht damit durchkommen, die GrönlĂ€nder respektlos zu behandeln. "Genug ist genug", stellte Egede klar.

Auch sein möglicher Nachfolger als Regierungschef, der Liberale Jens-Frederik Nielsen, wies die AusfĂŒhrungen des US-PrĂ€sidenten zurĂŒck. "Trumps Aussage in den USA ist unangebracht und zeigt bloß einmal mehr, dass wir in solchen Situationen zusammenstehen mĂŒssen", schrieb Nielsen auf Facebook. Im Wahlprogramm seiner Partei Demokraatit hieß es: "Grönland steht nicht zum Verkauf. Nicht heute. Nicht morgen. Niemals."

Trump zu möglicher Annexion: "Ich denke, es wird passieren"

Trump spricht seit Monaten immer wieder darĂŒber, die Kontrolle ĂŒber Grönland ĂŒbernehmen zu wollen, das zum Königreich DĂ€nemark zĂ€hlt. Bei einem Treffen mit Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte im Weißen Haus hatte er am Donnerstag auf die Frage eines Reporters nach seinen PlĂ€nen fĂŒr eine mögliche Annexion gesagt: "Nun, ich denke, es wird passieren." Trump betonte die große strategische Bedeutung der Insel und dass DĂ€nemark sehr weit entfernt sei.

Egede hat immer wieder betont, dass seine Landsleute weder DĂ€nen noch Amerikaner, sondern GrönlĂ€nder sein wollten. Eine Umfrage hat ebenfalls gezeigt, dass eine klare Mehrheit der InselbĂŒrger nicht Teil der USA werden wollen. Auch praktisch niemand in der grönlĂ€ndischen Politik ist dafĂŒr, dass die Insel zu US-Territorium wird.

Bei der Parlamentswahl auf Grönland hatten Egedes Partei Inuit Ataqatigiit (IA) und ihr sozialdemokratischer Koalitionspartner Siumut am Dienstag starke Verluste erlitten. Nielsens sozialliberale Partei Demokraatit (Demokraten) war nach einer Verdreifachung ihres Stimmanteils neue stÀrkste Kraft geworden. Auf Nielsen wird nun die Aufgabe zukommen, in Zeiten der Trump-Kontroverse eine neue Regierung zu bilden.

@ dpa.de