Biden verschiebt Deutschland-Besuch - neuer Termin unklar
08.10.2024 - 18:45:28(mit weiteren Details)
WASHINGTON (dpa-AFX) - Nach der Verschiebung des Deutschland-Besuchs von US-PrĂ€sident Joe Biden wegen Hurrikan "Milton" gibt es noch keine Information darĂŒber, wann die Reise nachgeholt werden soll. Biden sagte, er wolle dazu mit Bundeskanzler Olaf Scholz telefonieren. "Ich werde heute mit meinem Freund, dem deutschen Bundeskanzler, sprechen, und wir werden versuchen, eine Lösung zu finden", sagte Biden bei einer kurzen Ansprache zu dem herannahenden Hurrikan "Milton" im WeiĂen Haus am Dienstag.
Er war gefragt worden, ob er die ursprĂŒnglich von fĂŒr Donnerstag bis Dienstag geplanten Reisen nach Deutschland und Angola nachholen werde. Biden sagte, er habe immer noch vor, all die Orte und Konferenzen zu besuchen, denen er zugesagt habe. Aus dem BundesprĂ€sidialamt hieĂ es, die Regierungszentrale in Washington hoffe auf eine zeitnahe Verschiebung. Man sei in GesprĂ€chen mit der US-Seite ĂŒber die Terminfindung, sagte eine Sprecherin.
Das WeiĂe Haus hatte zuvor mitgeteilt, dass Biden wegen des auf den Bundesstaat Florida zusteuernden Hurrikans "Milton" seine Reise nach Deutschland und Angola verschiebt. Die US-Regierung nannte keine Details dazu, wann Biden, dessen Amtszeit im Januar endet, die Reisen nachholen wolle. Der deutsche Regierungssprecher Steffen Hebestreit bedauerte die Verschiebung des Besuchs. Die Bundesregierung habe aber "natĂŒrlich VerstĂ€ndnis aufgrund der Situation in Florida", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Das WeiĂe Haus hat uns vorab informiert."
Biden hatte umfangreiches Programm in Deutschland geplant
Biden wollte eigentlich am spĂ€ten Donnerstagabend in Deutschland landen. Es wĂ€re der erste bilaterale Besuch Bidens in Deutschland in seiner knapp vierjĂ€hrigen Amtszeit gewesen. Biden hatte 2022 am G7-Gipfel in Elmau teilgenommen und bei anderer Gelegenheit auf dem US-LuftwaffenstĂŒtzpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz Tankstopps mit seinem Regierungsflieger eingelegt.
In Berlin waren unter anderem Treffen mit BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier und Kanzler Olaf Scholz (SPD) geplant. Am Samstag wollte Biden dann weiter nach Ramstein reisen. Dort sollte ein Ukraine-Gipfel stattfinden, zu dem Biden eingeladen hatte. An dem Treffen sollten etwa 50 Nato-Mitgliedstaaten und weitere VerbĂŒndete der Ukraine teilnehmen, teilweise auf Ebene der Staats- und Regierungschefs. Offen ist nun, ob dieser Gipfel abgesagt oder ohne Biden stattfinden wird. Möglich wĂ€re auch, dass Biden fĂŒr das Treffen in Ramstein doch noch anreist oder virtuell an dem Treffen teilnimmt.
Im Anschluss an den Deutschlandbesuch stand fĂŒr den US-PrĂ€sidenten eigentlich die Weiterreise nach Angola im sĂŒdwestlichen Afrika auf dem Programm.
Absage deutete sich bereits an
Bereits am Montag war bei der tĂ€glichen Pressekonferenz im WeiĂen Haus die Frage aufgekommen, ob Biden wegen des Hurrikans eine Verschiebung seiner PlĂ€ne erwĂ€ge. Seine Sprecherin Karine Jean-Pierre hatte darauf ausweichend geantwortet. Biden war zuletzt wegen seines Umgangs mit Hurrikan "Helene" unter Druck geraten. Der republikanische PrĂ€sidentschaftskandidat Donald Trump hatte dem Demokraten und dessen Vize Kamala Harris vorgeworfen, nicht genug fĂŒr die Sturmopfer zu tun. Harris tritt bei der PrĂ€sidentenwahl am 5. November gegen Trump an.
Die Absage der Deutschlandreise ist nicht Bidens erste PlanÀnderung aufgrund drÀngender Probleme in den USA. Vor rund anderthalb Jahren sagte er wegen des Schuldenstreits im US-Kongress eine geplante Reise nach Papua-Neuguinea und Australien ab.
Florida gerade erst von "Helene" getroffen
"Milton" ist bereits der zweite gefĂ€hrliche Hurrikan innerhalb kĂŒrzester Zeit, der die USA trifft. Nur anderthalb Wochen nach dem Eintreffen des tödlichen Hurrikans "Helene" an der WestkĂŒste Floridas hatte "Milton" am Montag im Golf von Mexiko an StĂ€rke gewonnen und wurde zeitweise zu einem Hurrikan der höchsten Kategorie hochgestuft. "Milton" soll Meteorologen zufolge zwar wieder an StĂ€rke verlieren - aber am Mittwoch immer noch mit Windgeschwindigkeiten um die 200 Kilometer pro Stunde die WestkĂŒste Floridas treffen.
Florida kĂ€mpft dabei immer noch mit den SchĂ€den, die "Helene" hinterlassen hat. Der Sturm traf als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie im Nordwesten Floridas auf Land. Er schwĂ€chte sich dann ab, sorgte auf seinem Weg Richtung Norden aber fĂŒr schwere Ăberschwemmungen und Zerstörung. Weit mehr als 200 Menschen in sechs Bundesstaaten kamen ums Leben.

