Unternehmensberatung, Dienstleistung

Freie WerkstÀtten kÀmpfen mit steigendem Kostendruck und jede Zweite scheitert an modernen Fahrassistenzsystemen

11.12.2025 - 09:45:19

MĂŒnchen - Der globale Automotive Aftermarket (Reparaturen, Service und Wartung) erlebt einen tiefgreifenden Wandel: WĂ€hrend die NeuwagenverkĂ€ufe in vielen MĂ€rkten stagnieren, steigt das durchschnittliche Fahrzeugalter kontinuierlich. Somit wĂ€chst die Nachfrage nach Reparaturen und Wartung - jedoch unter völlig verĂ€nderten Vorzeichen. Dies zeigt die aktuelle Studie "Automotive Aftermarket Pulse 2025" der Unternehmensberatung Roland Berger, fĂŒr die 600 WerkstĂ€tten und 6.000 Autobesitzer in 13 der weltweit wichtigsten AutomobilmĂ€rkte befragt wurden.

PreissensibilitÀt treibt QualitÀtsverschiebung

Die Studienergebnisse belegen eine deutliche Verschiebung zu gĂŒnstigeren Ersatzteilalternativen: 57% der Verbraucher bevorzugen mittlerweile Teile unabhĂ€ngiger Zulieferer (Independent Aftermarket) gegenĂŒber Originalteilen - ein Anstieg von 14 Prozentpunkten gegenĂŒber 2024. Besonders stark ist dieser Trend in lĂ€ndlichen Gebieten und bei Fahrern von Einstiegsfahrzeugen ausgeprĂ€gt."Im Jahr 2025 hat sich eine zunehmende PreissensibilitĂ€t der Verbraucher manifestiert. Steigende Reparaturkosten drĂ€ngen zu gĂŒnstigeren Teilealternativen", erklĂ€rt Maximilian Wegner, Principal bei Roland Berger. Parallel dazu haben die realen Ausgaben fĂŒr Service, Wartung und Reparatur in den meisten MĂ€rkten abgenommen. Lediglich in den USA und Mexiko stiegen die nominalen Ausgaben - allerdings getrieben durch Preisinflation, nicht durch höheren Konsum.

Technologie-LĂŒcke: WerkstĂ€tten kĂ€mpfen mit Fahrassistenzsystem-Kompetenz

Eine zentrale Herausforderung fĂŒr den freien Ersatzteilmarkt offenbart die Studie im Bereich moderner Fahrassistenzsysteme (ADAS): 47% aller befragten WerkstĂ€tten mussten ADAS-bezogene Reparaturen in den vergangenen zwölf Monaten ablehnen, da ihnen die notwendigen FĂ€higkeiten oder AusrĂŒstung fehlen. Als Hauptgrund nennen 58% der WerkstĂ€tten fehlende KalibrierungsausrĂŒstung "Die hohen Investitionskosten fĂŒr Reparaturen moderner Fahrassistenzsysteme schrecken viele unabhĂ€ngige WerkstĂ€tten ab - damit ĂŒberlassen sie Umsatz und Kundenbindung den herstellergebundenen WerkstĂ€tten", so Wegner.

Convenience wird zum neuen Differenzierungsmerkmal

Eine ĂŒberraschende Erkenntnis der Studie: UnabhĂ€ngige WerkstĂ€tten setzen zunehmend auf Convenience-Services als Wettbewerbsvorteil. Besonders in urbanen Gebieten bieten WerkstĂ€tten verstĂ€rkt Abhol- und Bringdienste fĂŒr Fahrzeuge an "Komfort-Dienstleistungen von WerkstĂ€tten wie Abhol- und Bringdienste können ein wichtiges Werkzeug sein, um neue Kundengruppen wie Flotten anzusprechen", betont Wegner. "WerkstĂ€tten, die hier nicht investieren, verpassen große Chancen bei neuen Kundensegmenten." Die Studie zeigt, dass solche Services besonders in Europa und dem mittleren Osten bereits etabliert sind, wĂ€hrend der amerikanische Markt aufholt. In China zeigen sich Verbraucher besonders offen fĂŒr neue Serviceformen wie mobile Werkstattservices (26%).

Online-Handel wÀchst vor allem im B2B-Segment

WĂ€hrend sich B2C-Kunden zunehmend vom Online-Kauf zurĂŒckziehen - 25% der bisherigen Online-KĂ€ufer wĂŒrden nicht erneut online bestellen - boomt der Online-Handel im B2B-Bereich. In MĂ€rkten wie USA, Deutschland und Großbritannien kaufen ĂŒber 80% der WerkstĂ€tten bereits einen signifikanten Teil (>20%) ihrer Ersatzteile online. Die Mehrheit erwartet einen weiteren Anstieg in den kommenden zwei bis drei Jahren.

Über die Studie

Die Roland Berger-Studie "Automotive Aftermarket Pulse 2025" basiert auf Befragungen von 600 WerkstĂ€tten und 6.000 Privatwagenbesitzern in 13 SchlĂŒsselmĂ€rkten: Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Mexiko, Niederlande, Spanien, TĂŒrkei und USA.

Pressekontakt:

Nico A. Jaenecke
Expert Corporate Communications & PR
Tel.: +49 160 744-4229
E-Mail: nico.jaenecke@rolandberger.com
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