Absatz von Elektrofahrzeugen steigt global weiter - Zahl der Ladepunkte wÀchst um 65 Prozent
11.07.2024 - 09:09:00 | presseportal.de
"Die Situation der ElektromobilitĂ€t stellt sich weltweit sehr unterschiedlich dar", sagt Stefan Riederle, Partner bei Roland Berger. "Reife MĂ€rkte wie Deutschland reduzieren finanzielle Kaufanreize oder streichen sie komplett, wĂ€hrend weniger reife MĂ€rkte, zum Beispiel in SĂŒdeuropa, den Ausbau der Infrastruktur und den Verkauf von E-Fahrzeugen mit Förderungen vorantreiben. Auch bei den Automobilherstellern sind die Strategien unterschiedlich: Einige OEMs setzen auf neue rein elektrische Plattformen, wĂ€hrend andere wieder zu Plug-in-Hybriden zurĂŒckkehren. Generell bremsend auf die Branche wirken die schleppenden Fortschritte in Richtung KostenparitĂ€t zwischen Verbrennern und Elektrofahrzeugen."
China erneut Vorreiter bei der E-MobilitÀt
Der Roland Berger EV Charging Index bewertet den Status der betrachteten LĂ€nder in Bezug auf die Ladeinfrastruktur fĂŒr Elektrofahrzeuge sowie die allgemeine Kundenzufriedenheit beim Thema ElektromobilitĂ€t. Wie in den Vorjahren fĂŒhrt China auch das aktuelle Ranking mit deutlichem Punktevorsprung an: Zwar hat das Land seine Gesamtwertung mit nach wie vor 82 Punkten nicht verbessert, doch es verzeichnet weiterhin ein starkes Wachstum beim Absatz von E-Fahrzeugen und beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Deutschland und die USA folgen punktgleich mit 70 Punkten auf Platz 2 im Ranking, danach folgen die Niederlande und Frankreich mit 69 Punkten. Alle fĂŒnf fĂŒhrenden LĂ€nder mussten demnach eine Stagnation oder sogar PunktabschlĂ€ge gegenĂŒber dem Vorjahres-Index hinnehmen. Dieser Trend zeigt sich in den meisten etablierten MĂ€rkten. Dagegen erlebten die aufstrebenden MĂ€rkte im Nahen Osten und in SĂŒdostasien ein schnelles Wachstum beim Absatz von Elektrofahrzeugen, wodurch sich ihr Abstand zu den fĂŒhrenden ElektromobilitĂ€ts-Nationen verringert.
Deutschland verlor Punkte unter anderem, weil der Anteil der E-Fahrzeuge an den Neuzulassungen von 37 auf 26 Prozent sank, konnte seinen zweiten Platz im Ranking aber dennoch verteidigen. Vor allem der Ausbau der Ladeinfrastruktur kommt hierzulande gut voran: 2023 wuchs die Gesamtzahl der Ladepunkte um rund 44Prozent, die Zahl der Schnelllader sogar um rund 70Prozent. Die Infrastruktur wĂ€chst somit deutlich schneller als die Zahl der E-Fahrzeuge. Dennoch bleibt fĂŒr das Erreichen der von der Bundesregierung avisierten einen Million Ladepunkten bis 2030 noch einiges zu tun. Dazu kommt, dass die Versorgung nach wie vor regional sehr unterschiedlich ist.
OEMs engagieren sich bei Ladeinfrastruktur, um Absatz von E-Fahrzeugen zu fördern
Auch weltweit ist die Zahl der Ladepunkte 2023 mit einem Plus von 65 Prozent deutlich gewachsen. "Der Markt fĂŒr das Laden von E-Fahrzeugen entwickelt sich dynamisch", sagt Riederle. "Sowohl in etablierten als auch in sich entwickelnden Regionen engagieren sich mehr und mehr Unternehmen und testen neue GeschĂ€ftsmodelle sowie Technologien." Neben Energieversorgern und -hĂ€ndlern seien auch die Autohersteller weltweit verstĂ€rkt in diesem Bereich aktiv, entweder mit eigenen Angeboten oder durch Kooperationen mit anderen Betreibern. "Ohne Ladeinfrastruktur verkaufen sich Elektrofahrzeuge schlecht, daher ist dieses Engagement fĂŒr die OEMs ein Mittel zur Absatzsteigerung, vor allem auch in weniger entwickelten MĂ€rkten."
Die vollstÀndige Studie können Sie hier herunterladen: https://content.rolandberger.com/hubfs//23_2335_FLY_EV_charging_index.pdf
Roland Berger ist eine weltweit fĂŒhrende Strategieberatung mit einem breiten Leistungsangebot fĂŒr alle relevanten Branchen und Unternehmensfunktionen. Roland Berger wurde 1967 gegrĂŒndet und hat seinen Hauptsitz in MĂŒnchen. Die Strategieberatung ist vor allem fĂŒr ihre Expertise in den Bereichen Transformation, industrieĂŒbergreifende Innovation und Performance-Steigerung bekannt und hat sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit in all ihren Projekten zu verankern. Im Jahr 2023 verzeichnete Roland Berger einen Umsatz von ĂŒber einer Milliarde Euro.
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