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Roland Berger Automotive Outlook 2040: Chinesische Autoindustrie im Aufwind, aber Europa kann Wende gelingen

04.11.2024 - 10:59:56 | presseportal.de

MĂŒnchen - November 2024: Die weltweite Autoindustrie steckt in einem Umbruch, der die Branche in den nĂ€chsten anderthalb Jahrzehnten massiv verĂ€ndern wird. Das zeigt der neue "Automotive Outlook 2040" von Roland Berger. Zentraler Faktor ist dabei eine regionale Verschiebung der MĂ€rkte: WĂ€hrend die NeuwagenverkĂ€ufe im globalen SĂŒden und China stark wachsen und 2040 zusammen rund 60 Prozent des Weltmarkts ausmachen werden, haben die westlichen MĂ€rkte den Höhepunkt der Autokonjunktur ĂŒberschritten. Dennoch bleiben sie neben China der wichtigste Absatzmarkt fĂŒr die Branche. Insgesamt wĂ€chst die Zahl der weltweiten NeuwagenverkĂ€ufe bis 2040 um rund 1,1 Prozent pro Jahr. Gleichzeitig geht die Elektrifizierung weiter: Weltweit werden 2040 rund 70 Prozent der Neuwagen rein elektrisch angetrieben. Zudem werden Automatisierung sowie eine immer stĂ€rkere Vernetzung der Fahrzeuge die Branche prĂ€gen, Software wird wichtiger als Hardware. Damit verĂ€ndern sich auch die Wertschöpfungsketten und Ertragsquellen der etablierten Hersteller und Zulieferer. Wer strategische PrioritĂ€ten richtig setzt, hat dennoch weiterhin gute Wachstumschancen.

Roland Berger Automotive Outlook 2040: Chinesische Autoindustrie im Aufwind, aber Europa kann Wende gelingen - Foto: presseportal.de
Roland Berger Automotive Outlook 2040: Chinesische Autoindustrie im Aufwind, aber Europa kann Wende gelingen - Foto: presseportal.de

"Der weltweite Wandel der Automobilindustrie ist unaufhaltsam und wird sich in den kommenden Jahren weiter beschleunigen", sagt Felix Mogge, Partner bei Roland Berger. "Das hohe VerĂ€nderungstempo wird zahlreiche Unternehmen ĂŒberfordern. Dennoch ist Schwarzmalerei fehl am Platz, denn der Umbruch bringt viele neue Chancen mit sich, von denen profitieren wird, wer sich klug positioniert." Um die Treiber dieser Entwicklung herauszuarbeiten und Szenarien fĂŒr die Zukunft zu entwerfen, hat Roland Berger eine eingehende Analyse der Branche und ihrer MĂ€rkte durchgefĂŒhrt und im Automotive Outlook 2040 zu einem Gesamtbild zusammengefĂŒhrt. Dabei treten vier zentrale Trends hervor, die den Wandel bis 2040 prĂ€gen werden: Polarisierung, Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung.

"Peak Auto" im Westen, weiteres Wachstum im Rest der Welt

Die Polarisierung zeigt sich besonders an den NeuwagenverkĂ€ufen: In den westlichen MĂ€rkten Europa, USA und Kanada hat deren Zahl den Höhepunkt ("Peak Auto") erreicht und teilweise bereits ĂŒberschritten. Dementsprechend werden diese MĂ€rkte voraussichtlich stagnieren bzw. leicht schrumpfen. Sie bieten aber angesichts ihrer GrĂ¶ĂŸe immer noch ein erhebliches absolutes Wachstum, das die Roland Berger-Experten auf 520 Milliarden Euro im Zeitraum bis 2040 schĂ€tzen. Eine starke Zunahme der Neuzulassungen wird es in China (+1,2% pro Jahr), Indien (+4,2% pro Jahr), SĂŒd- und Mittelamerika (+2,4% pro Jahr) sowie anderen LĂ€ndern des globalen SĂŒdens geben. In absoluten Zahlen wachsen die Einnahmen in China im Zeitraum bis 2040 mit rund 590 Milliarden Euro am stĂ€rksten. Die MĂ€rkte im globalen SĂŒden steigern ihren Umsatz um rund 480 Milliarden Euro, doch trotz hoher Wachstumsraten wird ihr Anteil am Gesamtmarkt nur von heute 14 Prozent auf 20 Prozent im Jahr 2040 steigen. Insgesamt wĂ€chst das weltweite Verkaufsvolumen zwischen 2025 und 2040 um durchschnittlich 1,1 Prozent pro Jahr (nach 2,4 Prozent in 2010-2019).

Ein Faktor, der entgegen frĂŒheren Prognosen nur geringen Einfluss auf die weltweiten FahrzeugverkĂ€ufe hat, sind geteilte MobilitĂ€tslösungen ("Shared Mobility"). Nach Ansicht der Roland Berger-Experten wird deren Nutzung zwar weiter zunehmen, aber nicht in dem bisher erwarteten Tempo und zudem nur in großen StĂ€dten und BallungsrĂ€umen. Da in diesen nur rund zehn Prozent der Fahrstrecken zurĂŒckgelegt werden und geteilte MobilitĂ€t die private Autonutzung hĂ€ufig nicht ersetzt, sondern ergĂ€nzt, bleibt sie somit ein untergeordneter Faktor fĂŒr die Entwicklung der Automobilindustrie.

Dagegen ist der Trend zu Elektrofahrzeugen unumkehrbar, trotz derzeitiger KaufzurĂŒckhaltung in einzelnen MĂ€rkten. Weltweit wĂ€chst die Zahl der rein elektrischen Pkw (BEV) schnell, und fĂŒr 2040 gehen die Roland Berger-Experten je nach Szenario von einem Anteil an den Neuwagen zwischen 64 und 71 Prozent aus. Dazu kommen 20 Prozent Hybride, wĂ€hrend Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe wegen Effizienznachteilen und hohen Kosten kaum eine Rolle spielen werden. Die Elektrifizierung geht dabei je nach Region unterschiedlich schnell: Europa dĂŒrfte bereits in gut zehn Jahren mit 99 Prozent Elektro-Anteil an den Neuzulassungen voll elektrifiziert sein, wenn die EU an den bisherigen Regularien festhĂ€lt. China hat im Juli 2024 die 50-Prozent-Marke ĂŒberschritten und wird bis 2040 zwischen 70 und 85 Prozent Anteil erreichen, wĂ€hrend die USA bei 42 bis 60 Prozent sowie der Rest der Welt bei rund 50 Prozent liegen werden.

Gesamte Wertschöpfungskette verÀndert sich

"Mit der Elektrifizierung Ă€ndert sich das KrĂ€fteverhĂ€ltnis in der Branche, nicht nur, weil die AbhĂ€ngigkeit von China in Bezug auf Rohstoffe zunimmt", sagt Jan-Philipp Hasenberg, Partner bei Roland Berger. "Es gibt strukturelle Verschiebungen zwischen den Komponentenkategorien, entlang der Lieferketten und in den ZielmĂ€rkten. Der RĂŒckgang bei Komponenten fĂŒr Verbrennungsmotoren wird mehr als ausgeglichen durch die Zunahme bei Elektroantrieben und Batterien. Dazu kommen Elektronik und Komponenten fĂŒr Assistenzsysteme und Automatisierung." Insgesamt werde der weltweite Umsatz fĂŒr Zulieferer bis 2040 um 3,4 Prozent pro Jahr wachsen.

Im Zuge der zunehmenden KonnektivitĂ€t werden zudem bis 2040 fast alle Neuwagen auf dem Konzept des "Software-defined Vehicle" basieren, bei dem das Fahrzeug um die Softwareplattform herum gebaut wird und nicht umgekehrt. "All das verĂ€ndert den Bedarf an Komponenten, schafft neue GeschĂ€ftsmodelle und verstĂ€rkt so die Verschiebungen in der Branche", sagt Mogge. "Wir gehen davon aus, dass die Zahl der europĂ€ischen Zulieferer unter den weltweiten Top 20 von derzeit sieben auf fĂŒnf im Jahr 2040 sinken wird, wĂ€hrend die Zahl der chinesischen von zwei auf sechs steigt; und auch der weltgrĂ¶ĂŸte Zulieferer wird dann nicht mehr in Europa, sondern in China sitzen."

China auf dem Vormarsch, aber westliche Hersteller können dagegenhalten

Der Automotive Outlook 2040 beschreibt die tektonischen Verschiebungen, vor allem in Richtung chinesischer Akteure, die die etablierten Unternehmen, vor allem im Westen, unter Druck setzen. Wie die Lage 2040 aussehen wird, ist derzeit nicht klar. Die Studienautoren entwerfen dafĂŒr zwei mögliche Szenarien: Im ersten setzt sich der Vormarsch chinesischer OEMs fort, sie ĂŒbernehmen mehr als die HĂ€lfte des bis 2040 erwarteten Wachstums und erreichen in China einen Marktanteil von 70 bis 75 Prozent, in Europa 15 bis 20 Prozent und in Nordamerika fĂŒnf bis zehn Prozent. Gleichzeitig leiden ihre westlichen Wettbewerber unter stagnierenden oder schrumpfenden Verkaufszahlen, zunehmendem Kostendruck und Restrukturierungsbedarf.

"In diesem, aus westlicher Sicht pessimistischen Szenario wĂ€re 2040 der Kipppunkt erreicht, an dem chinesische Hersteller das Rennen gewonnen hĂ€tten", sagt Hasenberg. Doch er sieht durchaus Chancen fĂŒr das zweite, positive Szenario: Dabei entfallen 36 Prozent des Wachstumspools bis 2040 auf westliche Hersteller, wĂ€hrend chinesische OEMs zwar in ihrem Heimatmarkt rund 65 Prozent, in Europa aber nur fĂŒnf bis zehn und Nordamerika unter fĂŒnf Prozent Marktanteil erreichen. "Westliche OEMs investieren weiterhin stark in Technologie, sie haben ein gutes Markenimage und starke Produktions- und Vertriebsnetzwerke", so Mogge. "Sie mĂŒssten aber noch deutlich effizienter werden. Wenn die westlichen Hersteller zusĂ€tzlich ihre Herangehensweisen radikal Ă€ndern, zum Beispiel mehr auf standardisierte Hardware oder Softwareplattformen von Drittanbietern zurĂŒckgreifen, dann könnten sie ihre kostenseitige WettbewerbsfĂ€higkeit zurĂŒck erlangen. Dann wĂŒrde bis 2040 ein neues weltweites Gleichgewicht entstehen, in dem alle Beteiligten gleichsam Wachstumschancen haben."

Die vollstÀndige Studie können Sie hier herunterladen: https://content.rolandberger.com/hubfs/07_presse/24_2032_STU_Automotive_2040-07.pdf

Über Roland Berger

Roland Berger ist eine weltweit fĂŒhrende Strategieberatung mit einem breiten Leistungsangebot fĂŒr alle relevanten Branchen und Unternehmensfunktionen. Roland Berger wurde 1967 gegrĂŒndet und hat seinen Hauptsitz in MĂŒnchen. Die Strategieberatung ist vor allem fĂŒr ihre Expertise in den Bereichen Transformation, industrieĂŒbergreifende Innovation und Performance-Steigerung bekannt und hat sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit in all ihren Projekten zu verankern. Im Jahr 2023 verzeichnete Roland Berger einen Umsatz von ĂŒber einer Milliarde Euro.

Pressekontakt:

Silvia Constanze Zösch
Senior Expert Corporate Communications & PR
Tel.: +49 160 744-8750
E-Mail: Silvia.Zoesch@rolandberger.com
www.rolandberger.com

Original-Content von: Roland Berger ĂŒbermittelt durch news aktuell

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