Roland Berger EV Charging Index 2025: Deutschland fĂ€llt bei E-MobilitĂ€t zurĂŒck, China baut Vorsprung weiter aus
10.07.2025 - 09:05:00"Das weltweite Wachstum der ElektromobilitĂ€t geht stetig weiter, wenn auch mit deutlichen regionalen Unterschieden. So fĂŒhren Kostenprobleme, Schwierigkeiten in der Batterie-Lieferkette und politische Ănderungen in weiten Teilen Europas zu einem moderaten Wachstum der E-Auto-VerkĂ€ufe, wĂ€hrend in den Vereinigten Staaten politische Unsicherheiten den Fortschritt bremsen", sagt Adam Healy, Principal bei Roland Berger. "Im Gegensatz dazu setzt China weiterhin auf Elektrifizierung und treibt die Entwicklung des gesamten Ăkosystems voran. Und auch jĂŒngere MĂ€rkte im Nahen Osten und in SĂŒdostasien verzeichnen ein erhebliches Wachstum bei der Akzeptanz von Elektrofahrzeugen."
China ist erneut Vorreiter bei E-MobilitÀt
China baut seinen bereits beachtlichen E-Fahrzeug-Bestand weiter aus und glĂ€nzt zudem bei der Versorgung mit öffentlichen LadesĂ€ulen. Damit fĂŒhrt das Land erneut den EV Charging Index an. Deutschland hat dagegen an Boden verloren und liegt nun auf Platz fĂŒnf. Nach Abschaffung der staatlichen Förderung im Januar 2024 sind die Marktanteile von Elektroautos zwei Mal in Folge zurĂŒckgegangen. Dieser Trend dĂŒrfte sich jedoch 2025 umkehren. Positiv zu vermerken ist, dass Deutschland den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur weiter vorangetrieben hat und der Anteil der Schnellladestationen wĂ€chst. Zudem wurden Ladetechnologien weiterentwickelt, es gab Fortschritte bei Batteriewechselstationen sowie neue Pilotprojekte in Bereichen wie Vehicle-to-Grid (V2G).
Hinter den fĂŒhrenden E-MobilitĂ€tsnationen holen jĂŒngere MĂ€rkte auf: So haben etwa Frankreich und das Vereinigte Königreich in den vergangenen zwei Jahren groĂe Fortschritte gemacht, ebenso wie zahlreiche LĂ€nder in SĂŒdostasien, darunter Thailand und Indonesien. Eine Ă€hnliche Entwicklung zeigt sich im Nahen Osten und in SchwellenmĂ€rkten wie Brasilien und Indien. Diese LĂ€nder liegen zwar beim Anteil der E-Autos an den NeuwagenverkĂ€ufen noch zurĂŒck, machen dies aber durch Fortschritte bei Ladeversorgung und Technologie sowie Nutzerzufriedenheit wett.
E-Autos zunehmend im Alltag genutzt
Ăkologische Argumente sind weltweit nach wie vor der fĂŒhrende Treiber fĂŒr den wachsenden Marktanteil von E-Autos, allerdings gewinnen auch die gĂŒnstigeren Betriebskosten im Vergleich zu Verbrennerfahrzeugen zunehmend an Bedeutung. Im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Nordamerika sind die Kostenvorteile fĂŒr NeuwagenkĂ€ufer bereits entscheidender als ökologische GrĂŒnde. Auch bei der Nutzung zeigt sich klar, dass ElektromobilitĂ€t fĂŒr immer mehr Menschen im Alltag angekommen ist: 80 Prozent der E-Auto-Besitzer geben an, 10.000 Kilometer oder mehr pro Jahr zu fahren, und 73 Prozent nutzen ihre Fahrzeuge an mindestens vier Tagen pro Woche.
Mit der zunehmenden Marktdurchdringung der E-Autos diversifizieren sich die Nutzerprofile weiter. So geht der Anteil der Befragten, die ihr Fahrzeug zuhause laden, gegenĂŒber dem Vorjahr leicht von 87 auf 85 Prozent zurĂŒck. Das passt zum allmĂ€hlichen Ausweiten der Nutzergruppen ĂŒber die typischen Early Adopter mit privater Lademöglichkeit hinaus. Weltweit erfolgt etwa die HĂ€lfte der LadevorgĂ€nge auĂerhalb des Zuhauses der Fahrzeugbesitzer.
"Alle Ladetypen und AnwendungsfĂ€lle bleiben wichtige Bestandteile des Lademixes und grundlegende Komponenten einer benutzerfreundlichen Ladeinfrastruktur auf der ganzen Welt", sagt Martin Weissbart, Partner bei Roland Berger. "Betreiber von Ladestationen mĂŒssen dies berĂŒcksichtigen, wenn sie auf die WĂŒnsche der Nutzer nach mehr und leistungsstĂ€rkerer Infrastruktur eingehen."
Die vollstÀndige Studie können Sie hier herunterladen: https://ots.de/Kw9dTa
Ăber Roland Berger
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