EU, Deutschland

BCG: EuropÀer halten 12 Billionen Euro als Bankeinlagen und Bargeld

19.06.2026 - 21:16:48 | dts-nachrichtenagentur.de

Nach Angaben der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) sparen die europÀischen Haushalte im Schnitt 15 Prozent ihres Nettoeinkommens und halten insgesamt rund 12 Billionen Euro in Form von Bankeinlagen und Bargeld.

BCG: EuropÀer halten 12 Billionen Euro als Bankeinlagen und Bargeld
EU - Euroscheine (Archiv) 19.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das berichtet der "Spiegel".

Damit ist die Sparquote deutlich höher als in den USA, wo sie unter fĂŒnf Prozent liegt. WĂ€hrend 58 Prozent der US-Haushalte Aktien, Anleihen oder Fonds besitzen, betrĂ€gt der Anteil in der Eurozone nur 27 Prozent.

BCG fĂŒhrt das auf "tief verwurzelte" kulturelle Normen zurĂŒck. In einer Umfrage unter gut 5.000 Menschen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien gaben etwa zwei Drittel der Befragten an, mit ihren Ersparnissen kein Risiko eingehen zu wollen. Auch auf die Frage, zu welcher Anlage sie einem jungen Menschen raten wĂŒrden, der erst im Rentenalter auf das Geld zugreifen will, empfahl eine Mehrheit der Befragten risikoarme Anlagen. Dabei zeige die Geschichte, dass Aktien und Aktienfonds langfristig eine höhere Rendite böten als SparbĂŒcher oder Tagesgeld, kritisierte die Beratungsfirma.

Eine Folge der Risikoaversion seien schwĂ€chere KapitalmĂ€rkte in Europa: Viele Unternehmen finanzierten ihr Wachstum vor allem ĂŒber Bankkredite, doch der Kontinent tue sich schwer, Kapital fĂŒr innovative GeschĂ€ftsmodelle zur VerfĂŒgung zu stellen. Große Start-ups gingen statt in Europa oft lieber in den USA an die Börse.

Mario Draghi, Ex-Chef der EuropĂ€ischen Zentralbank, hatte im Jahr 2024 in einem Bericht zur WettbewerbsfĂ€higkeit der EU ausgefĂŒhrt, Europa sollte jĂ€hrlich bis zu 800 Milliarden Euro zusĂ€tzlich in Innovationen und Wachstum investieren. Fast zwei Jahre spĂ€ter sei dieses Ziel in weiter Ferne, so BCG. Derweil haben Unternehmen in den USA und China ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben in den vergangenen Jahren stark gesteigert, vor allem im Tech-Bereich.

Als ein Vorbild dafĂŒr, mehr Kapital aus der Altersvorsorge in Firmenbeteiligungen und Anleihen zu investieren, gilt Schweden. Dort legen viele Arbeitnehmer automatisch rund 13 Prozent ihrer RentenversicherungsbeitrĂ€ge am Kapitalmarkt an. Zugleich hat das Land neue Unternehmen wie Klarna oder Spotify hervorgebracht. In Deutschland indes gab es lange keine politische Mehrheit dafĂŒr, einen Teil des Geldes fĂŒr die gesetzliche Rentenversicherung auf dem Aktienmarkt anzulegen.

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