Ifo-Chef, Weltwirtschaftskrise

Ifo-Chef: Weltwirtschaftskrise nicht auszuschließen

12.04.2025 - 20:06:47

Nach Ansicht des Ökonomen Clemens Fuest ist eine Weltwirtschaftskrise wegen der von US-PrĂ€sident Donald Trump verhĂ€ngten Zölle nicht auszuschließen.

Die große Gefahr sei, dass sich der Protektionismus immer schneller ausbreitet, auch in China und Europa, sagte der PrĂ€sident des Ifo-Instituts in MĂŒnchen in einem Interview der SĂŒddeutschen Zeitung.

"Wenn alle in die falsche Richtung gehen, kann es zu einer großen Krise kommen", so Fuest. WĂ€hrend Trump gegenĂŒber den meisten Staaten zunĂ€chst zurĂŒckrudert und Teile seiner Zusatzzölle zumindest fĂŒr 90 Tage aussetzt, geht er umso hĂ€rter gegen Peking vor. Die USA verlangen inzwischen Zusatzzölle in Höhe von 145 Prozent auf Einfuhren aus China, Peking will seinerseits 125 Prozent auf US-Waren erheben.

FĂŒr Fuest ist die Sache daher "nicht vom Tisch", die Eskalation mit China gehe weiter und die Unsicherheit bleibe bestehen. Eine besondere Gefahr sieht der Ökonom darin, dass die USA als wichtigste Wirtschaftsmacht der Welt gerade ihre Reputation als zuverlĂ€ssiger Vertragspartner zerstörten. "Die Zinsen in den USA steigen, der Dollar fĂ€llt", sagte Fuest. "Ein Alarmsignal." Zwei Drittel der weltweiten Börsenkapitalisierung seien auf dem amerikanischen Aktienmarkt, der Dollar ist die weltweite AnkerwĂ€hrung. "Wenn das alles kippt, hĂ€tte das unkalkulierbare Folgen."

Fuest hĂ€lt es fĂŒr möglich, dass der plötzliche Verfall der US-Staatsanleihen der Grund sei, aus dem Trump jetzt zurĂŒckgerudert ist. Daran könne man erkennen, dass HandlungsspielrĂ€ume von Politikern begrenzt sind, "unter anderem durch die Macht der FinanzmĂ€rkte, und damit durch uns alle", so Fuest. "Wenn Regierungen sich vollkommen erratisch und destruktiv benehmen, dann entzieht man ihnen das Geld und das Vertrauen."

@ dpa.de