Nach Ausschreitungen: Le Pen legt in Umfrage fĂŒr PrĂ€sidentschaft zu
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 06:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIn der neuen Ifop-Umfrage mit Blick auf die Wahl im kommenden FrĂŒhjahr erreicht Le Pen je nach Kandidatenkonstellation 34 bis 38 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang, wie die im Auftrag der Sender LCI und Sud Radio sowie der Zeitung "Le Figaro" erstellte Umfrage ergab.
Im Vergleich zur vorherigen Ifop-Umfrage gewann sie in vergleichbaren Szenarien ein bis zwei Prozentpunkte. Eine vor einer Woche noch vor den Ausschreitungen vorgelegte Odoxa-Umfrage sah die Spitzenpolitikerin des Rassemblement National (RN) ebenfalls je nach Konstellation bei 38 Prozent, weit vor allen anderen Kandidaten.
Le Pen fordert Durchgreifen gegen Randalierer
Le Pen hatte nach den Unruhen bei den Sozialprotesten am Wochenende ein hĂ€rteres Durchgreifen der Behörden gefordert und von einer tiefgreifenden Vertrauens- und AutoritĂ€tskrise gesprochen. FĂŒr die Ausschreitungen machte sie die Regierung von PrĂ€sident Emmanuel Macron und die Einwanderungspolitik verantwortlich. Ob die Unruhen den Zuwachs in der Umfrage verursacht haben, lĂ€sst sich aus den Daten nicht ableiten, auch weil keine Fragen in Bezug auf die Ausschreitungen gestellt wurden.
Die Ifop-Umfrage sieht den AnfĂŒhrer von Frankreichs Linkspartei, Jean-Luc MĂ©lenchon, in der ersten Wahlrunde auf Platz zwei mit 15 bis 20 Prozent. Dicht dahinter rangieren Ă€hnlich stark der Bewerber der Sozialisten, RaphaĂ«l Glucksmann, sowie der Mitte-Politiker Ădouard Philippe. Amtsinhaber Macron kann nicht mehr antreten.
Wer tritt gegen Le Pen an?
In der zweiten Wahlrunde sieht die jĂŒngste Ifop-Umfrage Le Pen unabhĂ€ngig vom Herausforderer in sĂ€mtlichen Szenarien vorne. Wie die Chancen stehen, dass die Tochter von ParteigrĂŒnder Jean-Marie Le Pen im kommenden FrĂŒhjahr tatsĂ€chlich zur PrĂ€sidentin gewĂ€hlt wird, hĂ€ngt entscheidend auch davon ab, wer fĂŒr die anderen politischen Lager ins Rennen geht. Diese aber haben sich, bis auf die Linkspartei und die Sozialisten, noch nicht klar sortiert.
Allerdings könnte Le Pen noch ihre im Juli bereits von einem Berufungsgericht bestĂ€tigte Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern einholen, gegen die sie Revision eingelegt hat. Je nachdem, wie schnell das Kassationsgericht darĂŒber entscheidet, könnte der 58-JĂ€hrigen noch mitten im Wahlkampf das Tragen einer FuĂfessel drohen.
