China: Keine Kenntnis von Kabel-Schaden in Ostsee
20.11.2024 - 10:40:38Angesprochen auf einen Bericht der "Financial Times", wonach der unter chinesischer Flagge fahrende Frachter "Yi Peng 3" zum Zeitpunkt der BeschĂ€digungen in der NĂ€he der Kabel gefahren sei, erklĂ€rte das AuĂenamt, die entsprechende Situation sei nicht bekannt.
China habe immer seine Pflichten als Flaggenstaat erfĂŒllt und verlange von chinesischen Schiffen, sich strikt an die jeweiligen Gesetze zu halten, betonte Sprecher Lin Jian in Peking. China messe dem Schutz von Unterwasser-Infrastruktur groĂe Wichtigkeit bei, sagte er.
AuffÀllige Schiffsbewegungen
Zuvor hatten auch schwedische und finnische Medien berichtet, dass sich das chinesische Schiff an den Orten der DatenkabelbrĂŒche befunden haben soll. Dabei soll sein Funksignal zur Identifikation (AIS-Signal) plötzlich verschwunden sein. Ohne das besagte Schiff beim Namen zu nennen, berichtete der schwedische Minister fĂŒr Zivilverteidigung, Carl-Oskar Bohlin, von auffĂ€lligen Schiffsbewegungen, die zeitlich und rĂ€umlich mit dem Auftreten der SchĂ€den ĂŒbereinstimmten.
Unter anderem der schwedische Rundfunksender SVT berichtete, Marineschiffe aus Nato-LĂ€ndern hĂ€tten das aus einem russischen Ălhafen kommende Schiff nach den VorfĂ€llen an den Unterseekabeln auf seinem Weg aus der Ostsee in den Kattegat zwischen DĂ€nemark und Schweden beschattet. Mehrere Patrouillenschiffe der dĂ€nischen Marine sollen dem Schiff demnach gefolgt sein.
Offiziell bestĂ€tigt wurde das bislang nicht. Schiffsbewegungen zeigten jedoch, dass sich am Mittwochmorgen mindestens zwei dĂ€nische MilitĂ€rschiffe im Kattegat sĂŒdlich der kleinen Insel Anholt in unmittelbarer NĂ€he der "Yi Peng 3" befanden. Das chinesische Schiff lag demnach zu dem Zeitpunkt vor Anker. Ob es von den DĂ€nen festgesetzt wurde oder aus einem anderen Grund Halt machte, blieb zunĂ€chst unklar.
Pistorius geht von Sabotage aus
Die schwedischen Behörden hatten am Dienstag Ermittlungen wegen möglicher Sabotage an den beiden Datenkabeln eingeleitet, die in der Ostsee zwischen dem finnischen Helsinki und Rostock in Mecklenburg-Vorpommern sowie zwischen Schweden und Litauen verlaufen. Bereits vor der AnkĂŒndigung der Schweden hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius gesagt, man mĂŒsse in den FĂ€llen von Sabotage ausgehen. Beweise dafĂŒr gebe es bislang aber nicht.

