BahnverbÀnde, Sorge

BahnverbÀnde in Sorge wegen Fokus auf Instandhaltung

05.02.2024 - 01:50:15

Nach dem Bekanntwerden von PlĂ€nen, wonach sich die Bahn wegen fehlender Haushaltsmittel zunĂ€chst auf die Sanierung bestehender Schieneninfrastruktur fokussieren muss, befĂŒrchten BahnverbĂ€nde schlimme Folgen fĂŒr FahrgĂ€ste.

Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands Allianz pro Schiene, Dirk Flege, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben), die alleinige Konzentration auf das Bestandsnetz wĂ€re das Ende des Deutschlandtakts. "Wir brauchen parallel zur Sanierung maroder Gleise auch neue Schienenverbindungen. Sonst tritt das ein, was der Bahnbeauftragte der Bundesregierung bereits vor einem Jahr prophezeit hat: Der Deutschlandtakt kommt frĂŒhestens 2070", erklĂ€rte er. Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, bezeichnete die KĂŒrzungen als "schweren Schlag gegen die Verkehrswende und das Ziel KlimaneutralitĂ€t zu erreichen".

"Die dringend notwendigen Aus- und Neubauprojekte werden sich aber `nur` verzögern. Auch eine solche Verzögerung zeugt nicht von einer zukunftsgewandten Verkehrspolitik. Wenn Personen- und GĂŒterverkehr auf die Schiene verlagert werden soll, braucht es in dem jetzt bereits ĂŒberlasteten Netz zusĂ€tzliche KapazitĂ€ten", forderte Naumann. Am Wochenende war bekannt geworden, dass sich die Bahninfrastrukturgesellschaft InfraGo dazu entschieden habe, zunĂ€chst vor allem die Sanierung des bestehenden Netzes anzugehen. Zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen sollen dagegen in der PrioritĂ€t zurĂŒckgestellt worden, zitierte der "Spiegel" aus einem entsprechenden Schreiben. Von der Deutschen Bahn hieß es auf Anfrage, man halte grundsĂ€tzlich unverĂ€ndert an den Neu- und Ausbauvorhaben fest. "Aufgrund der aktuellen Haushaltslage war es kurzfristig erforderlich, die zeitliche Abfolge dieser Vorhaben zu ĂŒberprĂŒfen. Der Fokus bei der Umsetzung liegt, wie mit dem Bund vereinbart, zunĂ€chst auf der Modernisierung und Erneuerung des Bestandsnetzes und auf den Projekten, die bereits im Bau sind", so ein Sprecher. Bahn-Aufsichtsratsmitglied Stefan Gelbhaar betonte gegenĂŒber den Funke-Zeitungen, dass die Bahn 2024 und in den Folgejahren so viel Geld wie die letzten Jahrzehnte nicht bekomme. "Trotz der vielen zusĂ€tzlichen Milliarden gibt es innerhalb der Bahn offensichtlich Planspiele zum Stopp von Neubauvorhaben. Verkehrsministerium und Bahn sind aufgefordert hier schnell Klarheit zu schaffen", sagte er.

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