Wirecard-Prozess: Diese Strafe droht bei GestÀndnis
27.03.2024 - 11:49:48 | dpa.de
Im Wirecard-Prozess verhandelt der mitangeklagte frĂŒhere Chefbuchhalter E. mit dem Gericht und der Staatsanwaltschaft ĂŒber einen Deal. Das Landgericht MĂŒnchen hat ihm fĂŒr den Fall einer VerstĂ€ndigung mit einem GestĂ€ndnis eine Freiheitsstrafe zwischen zwei und acht Jahren in Aussicht gestellt.
Der Vorsitzende Richter Markus Födisch sagte, zum jetzigen Zeitpunkt könne der Angeklagte mit einem GestÀndnis noch etwas gewinnen. Er sollte bis zu einem weiteren GesprÀch mit dem Gericht und der Staatsanwaltschaft aber nicht noch Monate warten.
Der Zahlungsdienstleister Wirecard ging im Juni 2020 in die Insolvenz, weil auf Treuhandkonten verbuchte 1,9 Milliarden Euro nicht mehr auffindbar waren. Der frĂŒhere Chefbuchhalter steht seit Dezember 2022 zusammen mit dem ehemaligen Vorstandschef Markus Braun und dem frĂŒheren Wirecard-Statthalter in Dubai, Oliver Bellenhaus, wegen BilanzfĂ€lschung und Bandenbetrugs vor Gericht. Braun bestreitet die VorwĂŒrfe. Bellenhaus tritt als Kronzeuge auf und beschuldigt die beiden Mitangeklagten.
Kein Freispruch in Sicht
Der Vorsitzende Richter sagte, E. könne bei der AufklĂ€rung helfen. Die Kammer habe bis ins Jahr 2025 Zeugen geladen. Es bestehe die groĂe Chance, den sehr teuren Prozess zu einem zĂŒgigeren Ende zu bringen. Das RechtsgesprĂ€ch mit den AnwĂ€lten von E. und der Staatsanwaltschaft ĂŒber eine mögliche VerstĂ€ndigung am 22. MĂ€rz sei auf Vorschlag der Wirtschaftsstrafkammer zustande gekommen.
E. sei laut psychiatrischem Gutachten schuldfĂ€hig. Eine Einstellung des Verfahrens oder ein Freispruch sei nicht in Sicht. Die Konzernbilanzen seien falsch gewesen, und der Schaden sei hoch. Eine BewĂ€hrungsstrafe sei illusorisch. Aber der Angeklagte habe ein Jahr in U-Haft gesessen und könne mit einer VerstĂ€ndigung Pluspunkte sammeln. Das Schicksal von Braun und E. hĂ€nge nicht zwingend zusammen, betonte Födisch: Ein Freispruch des einen wĂŒrde nicht zwingend zu einem Freispruch des anderen fĂŒhren.
Die Staatsanwaltschaft wirft Braun vor, mit Komplizen eine BetrĂŒgerbande gebildet, UmsĂ€tze erfunden, Bilanzen gefĂ€lscht und die Kreditgeber um 3,1 Milliarden Euro geprellt zu haben. Brauns Verteidigung weist das zurĂŒck und wirft Bellenhaus und mutmaĂlichen Komplizen vor, bis zu 2 Milliarden Euro echte UmsĂ€tze veruntreut zu haben. Der ehemalige Vertriebsvorstand Jan Marsalek tauchte nach der Insolvenz unter und wird steckbrieflich gesucht.
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