ROUNDUP, Trump

Trump verhÀngt 50 Prozent Zoll gegen Brasilien

10.07.2025 - 08:27:00 | dpa.de

Nach dem von US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigten hohen Zoll gegen Brasilien steuern beide LĂ€nder auf einen Handelskonflikt zu.

Trump hatte am Mittwochabend einen Zoll von 50 Prozent auf die Einfuhr von Produkten aus Brasilien ab 1. August angekĂŒndigt und dies mit scharfer Kritik an Brasiliens PrĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva verknĂŒpft. Lula kĂŒndigte Vergeltungsmaßnahmen an und betonte, sein Land lasse sich von niemandem bevormunden. Jede einseitige Erhöhung von Zöllen werde gemĂ€ĂŸ dem brasilianischen Gesetz ĂŒber wirtschaftliche Gegenseitigkeit beantwortet.

Trump nimmt Bolsonaro in Schutz: Hexenjagd muss enden

Trump kritisiert Brasilien fĂŒr den Umgang mit dem umstrittenen frĂŒheren PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro. Der rechte Ex-PrĂ€sident steht vor Gericht, weil er nach seiner Wahlniederlage 2022 einen Putschversuch gegen die Regierung seines Nachfolgers Lula geplant haben soll. Er weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Trump schrieb in dem Zollbrief, dass Bolsonaro in seiner Regierungszeit hoch respektiert gewesen sei. Der US-PrĂ€sident forderte: "Das ist eine Hexenjagd, die SOFORT! enden sollte".

Lula hielt auf der Plattform X dagegen: "SouverĂ€nitĂ€t, Respekt und die unerschĂŒtterliche Verteidigung der Interessen des brasilianischen Volkes sind die Werte, die unsere Beziehung zur Welt leiten." Zugleich betonte er, die gerichtlichen Verfahren gegen die Verantwortlichen fĂŒr die Planung des Staatsstreichs fielen ausschließlich in die ZustĂ€ndigkeit der brasilianischen Justiz und seien daher nicht Gegenstand von Einmischungen oder Drohungen, die die UnabhĂ€ngigkeit der nationalen Institutionen gefĂ€hrden könnten.

Brasilien ist die grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft SĂŒdamerikas. Die USA sind nach China der zweitwichtigste Handelspartner sowie ein großer Investor in dem Land. Der gesamte Warenhandel der USA mit Brasilien belief sich 2024 nach Angaben des US-Statistikamtes auf etwa 92 Milliarden US-Dollar. Die US-Warenexporte nach Brasilien betrugen demnach 49,7 Milliarden US-Dollar, die Warenimporte aus Brasilien 42,3 Milliarden US-Dollar. Damit erzielten die USA den Angaben zufolge einen HandelsĂŒberschuss von 7,4 Milliarden US-Dollar.

Zoll-Briefe auch an andere LĂ€nder

Stunden zuvor hatte Trump bereits einen weiteren Schub an Zoll-Briefen bekanntgemacht. Die EuropĂ€ische Union war zunĂ€chst nicht darunter. Die neuen Briefe waren adressiert an Irak, Libyen, Algerien, Moldau, Philippinen, Brunei und Sri Lanka. Seit Montag macht der US-PrĂ€sident die neuen Zollregeln fĂŒr Waren in die USA bekannt. Er rechtfertigt die Zölle mit einem bisherigen Ungleichgewicht.

Das ist der aktuelle Stand mit Start 1. August:

* Japan: 25 Prozent

* SĂŒdkorea: 25 Prozent

* Malaysia: 25 Prozent

* Kasachstan: 25 Prozent

* SĂŒdafrika: 30 Prozent

* Laos: 40 Prozent

* Myanmar: 40 Prozent

* Tunesien: 25 Prozent

* Bosnien und Herzegowina: 30 Prozent

* Indonesien: 32 Prozent

* Bangladesch: 35 Prozent

* Serbien: 35 Prozent

* Kambodscha: 36 Prozent

* Thailand: 36 Prozent

* Libyen: 30 Prozent

* Irak: 30 Prozent

* Algerien: 30 Prozent

* Moldau: 25 Prozent

* Philippinen: 20 Prozent

* Brunei: 25 Prozent

* Sri Lanka: 30 Prozent

* Brasilien: 50 Prozent

Zölle auf Kupfer

Trump gab zudem bekannt, dass die bereits angekĂŒndigten Zölle von 50 Prozent speziell auf Kupfer lĂ€nderunabhĂ€ngig ebenfalls ab 1. August gelten werden. Der US-PrĂ€sident schrieb auf der Plattform Truth Social: "Amerika wird wieder eine DOMINANTE Kupferindustrie aufbauen."

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