Nach Trumps Attacke: EZB-Chefin springt US-Notenbankchef bei
23.04.2025 - 19:02:34Wann immer es politische Einmischung gegeben habe und wann immer der Chef oder PrÀsident einer Zentralbank deshalb seine UnabhÀngigkeit verloren habe, seien ein geringeres Wirtschaftswachstum und gestiegene Inflation die Folge gewesen, sagte Lagarde auf einer Veranstaltung der "Washington Post", ohne Trump direkt zu erwÀhnen. "Das will niemand, und schon gar nicht dient es der Mission."
"Das Talent und die Kompetenz des Fed-Vorsitzenden beruhigen mich", sagte die PrĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Zentralbank weiter. "Und ich weiĂ, dass er all seine Anstrengungen und seine ganze Disziplin in die ErfĂŒllung seiner Mission steckt." Sie habe "groĂen Respekt" vor Powell, sagte Lagarde. Er tue genau das, was von ihm erwartet werde, um dem amerikanischen Volk und der FinanzstabilitĂ€t zu dienen.
Trump will Zinssenkungen, aber Fed-Chef nicht entlassen
Die massive Kritik von Trump und Berichte ĂŒber ErwĂ€gungen der US-Regierung, Powell zu entlassen, hatten zuletzt Börsenturbulenzen ausgelöst. Trump hat mehrfach eine Zinssenkung gefordert und Powell als "Mr. Zu SpĂ€t" sowie einen "groĂen Loser" bezeichnet. Powell will die Zinsen wegen Inflationsrisiken nach Trumps Zoll-Rundumschlag vorerst nicht senken. Zuletzt betonte Trump, dass er nicht vorhabe, Powell zu entlassen. "Ich habe nicht die Absicht, ihn zu feuern", sagte Trump bei der Vereidigung des neuen Börsenaufsichts-Chefs Paul Atkins.
Ein US-PrÀsident kann den Chef der Notenbank nicht ohne Weiteres entlassen - Powell selbst hatte das im November klargestellt, kurz nachdem Trump die PrÀsidentschaftswahl gewonnen hatte.
Lagarde war Powell schon vergangene Woche nach dem Zinsentscheid der EZB Powell beigesprungen und hatte ihn als "geschÀtzten Kollegen und Freund" bezeichnet.

