Bauernproteste, Spanien

Bauernproteste jetzt auch in Spanien - Forderung nach 'fairen Preisen'

06.02.2024 - 13:30:08 | dpa.de

Nach den Bauernprotesten in Deutschland, Frankreich und anderen LĂ€ndern Europas gehen nun auch die Landwirte in Spanien auf die Barrikaden.

Mit Hunderten von Traktoren besetzten und blockierten die Demonstranten am Dienstag im ganzen Land Autobahnen, Landstraßen und Zufahrten zu HĂ€fen, GroßmĂ€rkten und Industriegebieten, wie der Fernsehsender RTVE und andere Medien berichteten. Kundgebungen gebe es seit dem frĂŒhen Morgen in zahlreichen Regionen des Landes, darunter in Madrid, Barcelona, Valencia, MĂĄlaga und Saragossa. Teilweise kam es deshalb auch zu kilometerlangen Staus.

Die Land- und Viehwirte fordern unter anderem faire Preise fĂŒr ihre Produkte, die Beibehaltung der SteuerermĂ€ĂŸigung fĂŒr Agrardiesel, strengere Kontrollen fĂŒr Importe aus Nicht-EU-LĂ€ndern und einen Abbau der BĂŒrokratie. Der Bauernverband COAG schrieb am Dienstag auf X, vormals Twitter: "Zwischen dem Preis, den ein Landwirt fĂŒr ein Kilo Zitronen bekommt - 0,20 Euro - und dem, was der Verbraucher dafĂŒr zahlt - 1,96 Euro -, besteht ein Unterschied von 880 Prozent." Bei anderen Produkten sei es nicht viel anders. Man wolle "diese Schande" so lange anprangern, "bis wir faire Preise bekommen".

Spanien gilt als Obst- und GemĂŒsegarten Europas. Die Kundgebungsteilnehmer trugen am Dienstag Plakate mit Aufschriften wie "Unser Ende wird euch Hunger bringen". In Valladolid knapp 200 Kilometer nordwestlich von Madrid wurde die Festnahme eines Demonstranten gemeldet, der einen Polizeibeamten attackiert haben soll. Ansonsten blieben die Proteste vorerst friedlich.

Zu diesen ersten praktisch landesweiten Protesten hatten die drei wichtigsten BauernverbÀnde Spaniens, Asaja, COAG und UPA aufgerufen. In den vergangenen Tagen hatte es in einigen Regionen bereits erste kleinere Kundgebungen gegeben. Die Proteste sollen nach Angaben der Organisatoren mindestens bis Ende Februar fortgesetzt werden.

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