Ăgypten legt Plan fĂŒr Wiederaufbau des Gazastreifens vor
04.03.2025 - 16:47:02Der etwa 90 Seiten lange Plan, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, beschreibt einen Wiederaufbau ĂŒber fĂŒnf Jahre mit geschĂ€tzten Kosten von 53 Milliarden US-Dollar (aktuell rund 50 Milliarden Euro).
Bis zum Jahr 2030 sollen demnach in Gaza Hunderttausende neue Wohnungen fĂŒr drei Millionen Bewohner entstehen sowie ein Flug- und ein Seehafen. Zudem soll es Industriegebiete geben, aber auch Hotelanlagen, Parks und StrĂ€nde, um den Tourismus zu fördern.
Der Ă€gyptische Plan sollte bei einem Gipfeltreffen in Kairo diskutiert werden. Ăgyptens PrĂ€sident und Gastgeber Abdel Fatah al-Sisi empfing dazu unter anderem UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres, Bahrains König Hamad bin Issa al-Chalifa, Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani sowie EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa.
Ob und wann der Plan umgesetzt werden könnte, ist völlig offen - auch weil die Waffenruhe in Gaza auf der Kippe steht und der Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas neu entflammen könnte. Zudem sind neben der Finanzierung viele weitere Fragen ungeklĂ€rt, etwa zur Zukunft der Hamas und die Frage, wer das Gebiet kĂŒnftig kontrollieren und sichern soll.
Trump hatte vorgeschlagen, Gaza in eine "Riviera des Nahen Ostens" zu verwandeln und die rund zwei Millionen PalĂ€stinenser nach Ăgypten und Jordanien dauerhaft "umzusiedeln". Die UN warnten daraufhin vor einer "ethnischen SĂ€uberung". Trumps PlĂ€ne hatten in der arabischen Welt und darĂŒber hinaus Empörung ausgelöst.
Der Ă€gyptische Plan fordert in einem politischen Teil den Beginn direkter Verhandlungen zwischen Israelis und PalĂ€stinensern mit "Garantiegebern" ihrer Wahl. Der Plan beruhe auf dem Gedanken einer Zweistaatenlösung. In den vergangenen Jahrzehnten blieben allerdings alle BemĂŒhungen, den Konflikt zwischen Israelis und PalĂ€stinensern mit diplomatischen Mitteln beizulegen, erfolglos.

