Zeitschriftenverleger: Mehrwertsteuer auf Presse weiter reduzieren
19.02.2024 - 05:24:44Nach der bisher ausgebliebenen staatlichen Förderung von MedienhĂ€usern fĂŒr die Zustellung von gedruckten Zeitungen und Magazinen drĂ€ngen Zeitschriftenverleger erneut auf die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Presseprodukte.
Der BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Medienverbands der freien Presse (MVFP), Stephan Scherzer, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "UnabhĂ€ngig von der diskutierten Zustellförderung wĂ€re die Absenkung der Mehrwertsteuer fĂŒr die Zeitschriften- und Zeitungspresse ordnungspolitisch einwandfrei. Sie wĂ€re darĂŒber hinaus auch eine Transformationsförderung, weil alle, die Umsatz machen - gedruckt oder digital - durch eine abgesenkte Mehrwertsteuer unterstĂŒtzt wĂŒrden."
Scherzer ergĂ€nzte: "Es mĂŒssten keine zusĂ€tzlichen bĂŒrokratischen Apparate aufgebaut werden. Die Anpassung könnte im Jahressteuergesetz ohne gröĂeren Aufwand und ohne Genehmigung durch die EU umgesetzt werden." Die Mehrwertsteuer auf Zeitungen und Zeitschriften liegt aktuell beim ermĂ€Ăigten Satz von sieben Prozent.
Burda-Manager Philipp Welte, der auch MVFP-Vorstandsvorsitzender ist, hatte sich in einem vor Kurzem erschienenen "Handelsblatt"-Bericht ebenso fĂŒr die Absenkung ausgesprochen. Bereits im Sommer 2023 hatte die neue Spitze des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Zeitungen verlangt. Medienstaatsministerin Claudia Roth (GrĂŒne) hatte im Dezember im Interview der Deutschen Presse-Agentur gesagt: "Es wĂ€re ein wichtiger Schritt, wenn die Mehrwertsteuer von 7 Prozent weiter abgesenkt wird."
VerlegerverbĂ€nde fordern seit Jahren staatliche UnterstĂŒtzung, da MedienhĂ€user unter anderem wegen Energiepreisen, Inflation und Mindestlohn höhere Kosten bei der Verteilung von gedruckten Zeitungen und Zeitschriften haben. Die Auflagen sind in den vergangenen Jahrzehnten zudem gesunken. Es gibt die BefĂŒrchtung, dass die Pressevielfalt vor allem in den Regionen zurĂŒckgehen könnte.
Auch in der Bundespolitik wird seit Jahren eine staatliche Förderung von PressehĂ€usern diskutiert. Es gab mehrere AnlĂ€ufe und Modelle - bislang wurde nichts umgesetzt. In den jĂŒngsten Haushaltsverhandlungen fĂŒr 2024 wurden keine Förderungen in den Plan aufgenommen. Im Koalitionsvertrag der Ampel steht die PrĂŒfung von Fördermöglichkeiten.

