Merz: China wird zunehmend zur Bedrohung der deutschen Sicherheit
21.04.2024 - 13:58:44 | dpa.de"China verhĂ€lt sich nach innen immer repressiver und nach auĂen immer aggressiver. Die Volksrepublik China wird damit zu einer zunehmenden Bedrohung auch unserer Sicherheit", sagte Merz im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in MĂŒnchen.
China habe kein Interesse an Ende des Krieges gegen die Ukraine
"LĂ€nder wie Nordkorea, aber auch der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, werden von China unterstĂŒtzt", betonte Merz. China habe zwar wohl zumindest zeitweise mĂ€Ăigenden Einfluss auf Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin ausgeĂŒbt, gleichwohl werde das Land aber "voraussichtlich an keiner Konferenz teilnehmen, die jetzt einberufen werden soll, um Russlands Angriffskrieg in der Ukraine zu beenden". Sowohl die Schweiz als auch US-PrĂ€sident Joe Biden hĂ€tten Initiativen gestartet, Russland werde aber wohl ebenfalls an keiner dieser Konferenzen teilnehmen. "Dies zeigt, dass Russland und China kein wirkliches Interesse haben an einem Ende des Krieges gegen die Ukraine."
Der politische Einfluss der Kommunistischen Partei in Peking sei auch auf auslĂ€ndische Unternehmen in den vergangenen 30 Jahren nicht so stark gewesen wie gegenwĂ€rtig, sagte Merz. "Davon sind auch deutsche Unternehmen betroffen. Das ist nicht Ăffnung, sondern zunehmend repressiv. Gleichzeitig tritt China immer aggressiver nach auĂen auf, mit der unverhohlenen Drohung militĂ€rischer Gewalt gegen Taiwan, mit dem Ausbau groĂer militĂ€rischer KapazitĂ€ten im SĂŒd- und Ost-Chinesischen Meer."
Unternehmen mĂŒssen sich ĂŒber Risiken von China-GeschĂ€ften im Klaren sein
NatĂŒrlich sei China wirtschaftlich unverĂ€ndert interessant fĂŒr unsere Unternehmen. "Jedes deutsche Unternehmen ist zugleich gut beraten, die Risiken zu analysieren, zu minimieren und auch bilanziell richtig einzuordnen. Wir sollten nicht in einigen Jahren wieder aus der RĂŒckschau sagen, so wie gegenĂŒber Russland: Wir haben das falsch eingeschĂ€tzt", betonte Merz. Die Unternehmen mĂŒssten wissen, was sie tun. "Wer heute in China investiert, muss das erhöhte Risiko abschĂ€tzen. Und die Unternehmen mĂŒssen auch frĂŒh genug wissen, dass wir nicht bereit wĂ€ren, Unternehmen zu retten, die ein zu hohes Risiko in LĂ€ndern wie zum Beispiel China eingegangen sind." Bei strategisch wichtigen Ressourcen und GĂŒtern mĂŒsse der Staat den Rahmen fĂŒr Investitionen und Handel auch klar abstecken, "damit wir uns nicht wie beim russischen Gas wieder in gefĂ€hrliche AbhĂ€ngigkeiten begeben."
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