Trump plant Erleichterungen bei Autozöllen
29.04.2025 - 20:58:52Autobauer in den USA bekommen bei den Zöllen auf Bauteile Erleichterungen. Entsprechende Medienberichte bestĂ€tigte ein hochrangiger Mitarbeiter des Handelsministeriums. Die Sprecherin des WeiĂen Hauses, Karoline Leavitt, hatte zuvor erklĂ€rt, PrĂ€sident Donald Trump werde im Laufe des Tages (Ortszeit) Dekrete zu Autozöllen unterzeichnen. Die Regierung reagierte damit auf Klagen der Branche.
Das «Wall Street Journal» und der Finanzdienst Bloomberg hatten berichtet, mit den neuen Ausnahmen sollen Abgaben fĂŒr importierte Bauteile bei Montage in den USA abgemildert werden. Wie der Mitarbeiter des Handelsministeriums bestĂ€tigte, sollen fĂŒr Autoteile nicht die zusĂ€tzlichen Zölle auf Aluminium und Stahl fĂ€llig werden. Dies solle eine Doppelbelastung vermeiden.
Die Regelung solle auch fĂŒr auslĂ€ndische Autobauer in den USA gelten, sagte der Mitarbeiter. Als Beispiel nannte er BMW mit seiner Fabrik im Bundesstaat South Carolina oder Mercedes im Bundesstaat Alabama. Die US-Werke der deutschen Autohersteller sind auf Importe aus DrittlĂ€ndern angewiesen. Auch deutsche Unternehmen exportieren in gröĂerem Umfang Autoteile in die USA - sowohl als Lieferung fĂŒr amerikanische Autobauer als auch fĂŒr die Autofabriken deutscher Hersteller in den USA.
RĂŒckzahlungen bei Autoteile-Zöllen
Nun ist den Angaben aus dem Ministerium zufolge eine Ăbergangsphase bei den 25-Prozent-Zöllen fĂŒr Bauteile geplant. Hersteller sollen davon im ersten Jahr bis zu 3,75 Prozent des Werts eines in den USA gebauten Fahrzeugs erstattet bekommen, schrieb das «Wall Street Journal». Im zweiten Jahr falle der Anteil auf 2,5 Prozent - ab dem dritten Jahr sei dann Schluss, sagte der Sprecher.
Trump hatte Zölle von 25 Prozent auf importierte Autos und Bauteile verkĂŒndet. Die Abgabe fĂŒr fertige Autos trat bereits Anfang April in Kraft, die fĂŒr Teile soll am 3. Mai folgen. Finanzminister Scott Bessent sagte auf einer Pressekonferenz im WeiĂen Haus, die Erleichterungen wĂŒrden wesentlich zur Ausrichtung der amerikanischen Automobilproduktion beitragen.
Aus der Industrie gab es Warnungen vor drastischen negativen Folgen und Preiserhöhungen. Denn nach SchĂ€tzungen von Marktforschern wird rund die HĂ€lfte der in den USA verkauften Fahrzeuge auĂerhalb des Landes montiert. Selbst US-Hersteller produzieren viele Wagen im Ausland, etwa in Mexiko. Und auch die in den USA gebauten Fahrzeugen kommen schĂ€tzungsweise nur zu 40 bis 50 Prozent aus dem eigenen Land.
US-Handelsminister Howard Lutnick betonte in einer Stellungnahme bei Bloomberg, die Regierung belohne damit Hersteller, die in den USA produzieren wollten. Branchenvertreter hatten nach Trumps Zöllen auch darauf hingewiesen, dass die Fabriken nicht kurzfristig in die Vereinigten Staaten verlegt werden könnten.


